In der Politik ist es oft schwer und manchmal unmöglich, offen über Fehler zu sprechen. Politiker:innen, die Fehler eingestehen, müssen häufig Spott und Häme über sich ergehen lassen, vor allem in Social Media. Die politische Konkurrenz und Medien lassen keine Gelegenheit verstreichen, Schwächen und Versäumnisse zu skandalisieren. Das wirkt abschreckend auf viele Menschen, die über politisches Engagement nachdenken und führt dazu, dass politisches Handeln viel zu oft auf Fehlervermeidung und -vertuschung ausgerichtet ist. Dabei würden viele Missstände schneller behoben und Verbesserungsmöglichkeiten eher genutzt, wenn sich in der Politik eine Kultur verankern ließe, zu der auch Scheitern, Neuanfänge und das öffentliche Lernen aus Fehlern gehören würden. Dies würde langfristig das Vertrauen in die Demokratie stärken.
Dazu soll diese Veranstaltung beitragen. Adaptiert aus der Start-up-Szene, werden an diesem Abend sechs mutige Spitzenpolitiker:innen über ihre persönlichen wie politischen Fehler sprechen, diese reflektieren und uns allen verraten, was sie und wir daraus lernen können.
Im Anschluss diskutieren die Speaker:innen grundlegend über die politische Fehlerkultur in Deutschland. Dabei wollen wir folgende Fragen klären: Was und wie können wir aus Fehlern lernen? Wie können wir in der Politik insgesamt zu einer anderen Fehlerkultur, zu einem konstruktiveren Umgang mit Fehlern kommen? Und: Bieten die aktuellen Multi-Krisenzeiten gute Chancen, um mit Fehlern anders umzugehen?
Teilnehmende:
- Marco Tullner (CDU), ehemaliger Bildungsminister von Sachsen-Anhalt und MdL
- Dr. Katja Pähle (SPD), Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Präsidiumsmitglied der Bundes-SPD
- Dr. Lydia Hüskens (FDP), MdL, stellv. Ministerpräsidentin, Ministerin, Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin
- Susan Sziborra-Seidlitz (Bündnis 90/Die Grünen), MdL, Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin
- Eric Stehr (LINKE), Stellvertretender Landesvorsitzender, Landtagskandidat Listenplatz 2
- Mary Gringer (VOLT/MitBürger Halle), Stadträtin Halle, Tanzklub Palette
Die Idee und das Konzept der Fuckup-Night für die Demokratie stammen von Politikberater Martin Fuchs.
Moderation: Greta Taubert

Marco Tullner © Stefan Böttcher

Dr. Katja Pähle © SPD Sachsen-Anhalt

Dr. Lydia Hüskens © Ron Hartmann

Susan Sziborra-Seidlitz © Julia Steinigeweg

Eric Stehr © privat

Mary Gringer © Tanzclub Palette

Greta Taubert © Hagen Wolf