| Wirtschaft Rund 250.000 Ehrenamtliche
unterstützen bundesweit die hauptamtlichen
Mitarbeiter/innen der 82 Industrie- und Handelskammern
als (Interessen-)Vertreter der gewerblichen Wirtschaft in
Deutschland. Die Kammern nehmen Prüfungen bei der
Berufsaus- und -weiterbildung ab, registrieren
Öko-Standorte, vereidigen Sachverständige, führen
gutachterliche Tätigkeiten für die staatlichen
Verwaltungen und für die Gerichte durch, wirken bei der
Bestellung von Handelsrichtern mit, ebenso bei den
Handelsregistereintragungen und stellen
Ursprungszeugnisse aus.
Analog zu den Kammern
haben auch Handwerksbetriebe, freie Berufe und
landwirtschaftliche Betriebe Vertretungen, z.B. die
Innungen der Handwerker. Sie bilden
Kreishandwerkerschaften (Verbände, aus denen sich die
Vollversammlung der Handwerkskammer zusammensetzt). Das
sind in der Regel Ehrenämter.
Daneben gibt es im Bereich
Wirtschaft Ehrenämter in Unternehmerverbänden, bei
Banken und Versicherungen sowie in
Selbstverwaltungsorganen der Krankenkassen. Außerdem
gibt es Unternehmen, die ihre Mitarbeiter/innen für ein
ehrenamtliches Engagement freistellen. (Siehe auch
Secondment)
Unterfelder:
Prüfungsausschuss in der Berufsbildung
Secondment
Senior Experten
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Prüfungsausschuss in der Berufsbildung
Das duale Ausbildungssystem verbindet das praktische
Arbeiten und Lernen. Für Zwischen- und
Abschlussprüfungen setzen die Selbstverwaltungsorgane
der Wirtschaft (Industrie- und Handelskammern etc.) in
der Regel Ehrenamtliche ein. Betriebe und Gewerkschaften
benennen die Experten, die vom Kammerpräsidenten berufen
werden, für die Amtszeit von fünf Jahren. Die fachliche
Eignung haben anerkannte Ausbilder in Betrieben und
Berufsschullehrer. Die Praktiker wissen am besten, worauf
es bei der täglichen Arbeit ankommt - und können diese
Erfordernisse bei mündlichen, schriftlichen und
praktischen Prüfungen einbringen. Die Aufgaben reichen
von der Erstellung von Prüfungsaufgaben über die
Korrektur bis hin zu Gremienarbeit. Für die Organisation
wie Einladung der Prüflinge sind Hauptamtliche
zuständig. Es gibt einen Trend in Richtung
bundeseinheitliche Prüfungen, so dass Ehrenamtliche
entlastet werden. Auch in der Weiterbildung und in der
Ausbildung der Ausbilder/innen sind Ehrenamtliche aktiv.

Secondment
In den USA, Großbritannien, Niederlande und der Schweiz
gibt es zahlreiche Beispiele für die Unterstützung
ehrenamtlichen Engagements durch Unternehmen bzw. deren
(freigestellte) Mitarbeiter/innen. In Deutschland ist
diese Form bislang eher selten.
Grundlage beim sogenannten Secondment ist, dass
Mitarbeiter/innen bei voller Bezahlung für Monate oder
sogar Jahre freigestellt werden, um für gemeinnützige
Organisationen zu arbeiten. Durch die bereitgestellte
Arbeitskraft, deren Erfahrung und Wissen können Projekte
realisiert werden, die die gemeinnützige Einrichtung
allein nicht geschafft hätte. Neben dem
gesellschaftlichen Nutzen kann für das Unternehmen neben
dem Image-Gewinn auch ein praktischer Nutzen entstehen,
weil bei der Arbeit "vor Ort" Marktlücken oder
notwendige Produktverbesserungen in der Praxis erkannt
werden.
Ein weiteres praktiziertes Beispiel sind
pro-bono-Projekte ("für das Gute"). Dabei
werden Arbeitsteams von Unternehmen kostenlos eingesetzt,
um das Know-how und die Arbeitskraft in den Dienst von
unterstützenswerten Projekten zu stellen.
Darüber hinaus gibt es u.a. sogenannte
"Seitenwechsel"-Projekte, bei denen
Mitarbeiter/innen befristet Erfahrungen in fremden
Arbeitsbereichen (z.B. in sozialen Diensten) sammeln.
Freistellungen gibt es häufig auch für politische
Mandatsträger.

Senior
Experten
"Hilfe zur Selbsthilfe" lautet das Motto der
"Experten mit den weißen Haaren", die sich bei
einem Durchschnittsalter von 65 Jahren aus dem
Berufsleben verabschiedet haben. Doch das einzigartige
Fachwissen der ehrenamtlichen Senior Experten ist
weiterhin gefragt. Auftraggeber sind vor allem kleine und
mittlere Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen, Kommunen
und öffentliche Verwaltungen. Entscheidende Kriterien
für die Entsendung sind die Verbesserung des
Ausbildungsstandes des Personals oder Schaffung oder
Sicherung von Arbeitsplätzen.
Der Senior Experte kann Menschen anderer Kulturkreise
kennenlernen, neue Erfahrungen machen und Anregungen
gewinnen. Ohne Leistungsdruck, Karriere-Stress und
wirtschaftliche Abhängigkeit kann anderen bei der
eigenverantwortlichen Gestaltung der Zukunft geholfen
werden. Beim Senior Experten Service, der 1998 bei 838
Projekten in 82 Ländern aktiv war, steht jedem Senior
Experten ein hauptamtlicher SES-Mitarbeiter zur Seite.

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