Umwelt

Der Umweltbereich "boomt" und ist beispielhaft für das sogenannte "neue Ehrenamt", weil er oft zeitlich begrenztes und projektbezogenes Engagement erlaubt. Die Umweltzerstörung hat zu einer Sensibilisierung beigetragen. Der Schutz von Natur und Umwelt umfasst nicht nur bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sondern auch Arbeitsgebiete wie Verkehr, Freizeit, Tourismus, Stadtökologie, Energie- und Wirtschaftspolitik. Ob Bürgerinitiative gegen den Ausbau einer Autobahn oder Naturschutzverein, ob Engagement im Fahrradclub oder im Gewässerschutz - vielfältige Formen ermöglichen ein aktives Eintreten für die Umwelt und üben gerade auch auf Jüngere einen besonderen Reiz aus.

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Naturschutz
Tierschutz
Umweltschutz
Verkehrswesen

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Naturschutz
Im Naturschutz setzen sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen für die Erhaltung und Bewahrung der natürlichen Lebensbedingungen ein. Die Organisationen, Vereine, Initiativen und selbst die Behörden, die sich dieser Aufgabe widmen, leben zu ganz wesentlichen Teilen von ehrenamtlichen Naturschützern in den regionalen und bundesweiten Aktionsgemeinschaften und Arbeitsgruppen. Manche Freiwillige sind als Beiräte oder Beauftragte für Landespflege in freien Bürgerinitiativen tätig, die im Auftrag des zuständigen Ministeriums an öffentlich verordneten Landespflegemaßnahmen mitwirken. Sie beraten und unterstützen Behörden zum besseren Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Andere wiederum pflegen Biotope, bewachen Deiche, messen Grundwasser oder leisten Gewässerpflege als "Bachpaten". Eine Patenschaft für Bäche oder Bäume können Schulklassen, Kindertagesstätten, Naturschutzverbände oder Einzelpersonen übernehmen. Auch in der Fortbildung zur Optimierung umwelttechnischer Verfahren oder als Mitglieder in einer Fachkommission sind viele Freiwillige zum Wohl der Natur - teils projektbezogen, teils über längere Zeiträume - tätig. Zahlreiche ehrenamtliche Akteure tragen durch ihre öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Kampagnen ganz entscheidend zur allgemeinen Bewusstseinserweiterung der Bevölkerung in Sachen Umwelt und Naturschutz bei.
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Tierschutz
Das Engagement für Tiere - deren Schutz und Erhalt - stellt einen großen und sehr beliebten Bestandteil innerhalb der ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschutzarbeit dar. Die Arbeit der freiwilligen Helfer/innen in Tierschutzvereinen, die meistens eigene Tierheime unterhalten, besteht insbesondere in der Versorgung und Betreuung herrenloser Tiere, der Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten für Heimtiere auf Zeit oder der Suche nach verlorengegangenen Tieren. Die Vereine widmen sich außerdem der Information der Öffentlichkeit in Tierschutzangelegenheiten. In diversen Schutzgemeinschaften für spezielle Tierarten helfen Ehrenamtliche z.B. bei Vogelzählungen und Biotoppflegemaßnahmen in Busch- und Wiesengeländen oder Teichen. Der Dokumentation dieser Arbeit wird ein hoher Stellenwert beigemessen und man sucht gezielt die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Die ehrenamtlichen Mitglieder in Tierschutz- und Sachverständigenbeiräten stellen ihre spezifischen Kenntnisse zuständigen Behörden und Ministerien zur Verfügung und geben Stellungnahmen u.a. zu seuchenrechtlichen Fragen ab. Sie genießen einen hohen Grad an Anerkennung, Wertschätzung und Mitbestimmungsrechten gegenüber Behörden in Bezug auf tierschutzrelevante Entscheidungen.
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Umweltschutz
Die Kernaufgabe vieler Freiwilligenorganisationen und Vereine ist der Umweltschutz mit seinem großen Spektrum an Themen. Die Einrichtungen verstehen sich als "Pressure-groups", die durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, Themen wie "Ozonloch" oder "Abholzung der Regenwälder" in das Bewusstsein bringen und so zur Meinungsbildung beitragen. Dadurch wollen die vielen Engagierten innerhalb des demokratischen Systems Veränderungen erreichen, und zwar auf der politischen Ebene, bei der nicht direkt in der Natur agiert wird - wie bei den aktiven Naturschützern. Die ehrenamtlichen Arbeitsgruppen, die von 3 bis 100 Personen reichen können, treffen sich regelmäßig und wirken sowohl an regional relevanten Umweltthemen, als auch an bundesweiten Kampagnen mit. Viele dieser Gruppen aus den verschiedenen Umweltorganisationen kooperieren bei lokalen Aktionen, wie Protestdemos, Messen oder Vortragsveranstaltungen miteinander. Die Aktiven in den Fachgruppen erlernen mit der Zeit spezifische Kompetenzen für ihre ehrenamtliche Arbeit, d.h. sie erlernen in Schulungen das Handwerk einer "professionellen" Pressearbeit oder Moderation, sowie wirtschaftliches Wissen zu Themen wie "Ökosteuern". Jede(r) kann ihren/seinen Platz finden: es gibt Leute, die als Tischler die Infostände ausstatten, während andere ausschließlich auf Aktionen präsent sind oder besonders gut im Formulieren von politischen Anträgen sind. (Siehe auch
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Verkehrswesen
Auch im Verkehrswesen gibt es vielfältige Möglichkeiten, ehrenamtlich mitzuwirken. Eine wichtige und gemeinwesenorientierte Form des Engagements stellen die Schülerlotsendienste dar. Diese haben sich zu einem erfolgreichen Element der Verkehrssicherheit in Deutschland entwickelt. Seit der Einführung der Schülerlotsendienste im Jahr 1953 hat es an Straßenübergängen, die von Schülerlotsen beaufsichtigt werden, keinen tödlichen Unfall gegeben. Von den ca. 50.000 Schülerlotsen in Deutschland sind ca.11.500 erwachsene Lotsen - meist Eltern und Rentner - und ca. 500 Buslotsen. Die Mehrheit der Schülerlotsen stellen die jugendlichen Schüler, die mindestens 13 Jahre alt sein und die 7. Klasse besuchen müssen. Die Ausbildung übernehmen Polizeibeamte und spezielle Fachlehrer, die laufende Betreuung der Schülerlotsen obliegt den zuständigen Verkehrswachten, die bundesweit organisiert sind. Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten eröffnen sich in gemeinnützigen Vereinigungen von Straßenbau- und Verkehrsingenieuren, deren Ziel es ist, durch Seminare, Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit bei der Lösung von fachlichen und politischen Fragen in diesem Bereich mitzuwirken. Die ehrenamtlich Engagierten in den vereinseigenen Museen für Straßen- und Verkehrswesen haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Interesse für die Geschichte des Verkehrswesen zu wecken und ihre wissenschaftliche Erforschung zu pflegen und zu fördern.
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