Jugendkirche Stralsund ist neuer CIVITAS-Standort der Stiftung
Jugendkirche
Stralsund ist neuer CIVITAS-Standort der Stiftung
Seit Dezember 2005 ist die Jugendkirche Stralsund neuer Projektstandort der
Stiftung für das CIVITAS-Projekt „Förderung des gemeinsamen Engagements von
jugendlichen Aussiedlern und Einheimischen“.
Eine Jugendgruppe aus Aussiedlern und Einheimischen wird auf ausdrücklichen Wunsch der Jugendlichen in ihr geplantes Theaterstück schwerpunktmäßig Elemente des Breakdance einbauen. Eingebunden in die Aktivitäten ist der Jugendmigrationsdienst Greifswald der Pommerschen Evangelischen Kirche, der in der Auferstehungsgemeinde eine wöchentliche Sprechstunde hat.
Pfarrer Reinhart Haack freut sich über die unerwartete Unterstützung: „Jetzt können wir unser Gemeindezentrum mit Leben füllen und gleichzeitig das Zusammenleben von jugendlichen Aussiedlern und Einheimischen fördern.“
Mit der Förderung durch die Stiftung Bürger für Bürger werden Ausstattungsgegenstände für das Projekt angeschafft, außerdem werden zwei Honorarkräfte, darunter ein Aussiedler, finanziert. Die Jugendlichen nahmen den „Startschuß“ für das Projekt begeistert auf – sie konnten es gar nicht erwarten, bis die Räumlichkeiten für ihre Zwecke eingerichtet waren.
Nun wird die Konzeption für
das Jahr 2006 konkretisiert, auch das zweimal wöchentlich stattfindende
Breakdance-Training hat bereits begonnen.
Durch gemeinsame Erlebnisse sollen die Teilnehmer/innen (schwerpunktmäßig
Schülerinnen und Schüler im Alter von 12-18 Jahren) die Zusammenarbeit
miteinander einüben, gegenseitiges Verständnis entwickeln, aber auch darin
bestärkt werden, aktiv zu werden und sich einzubringen. Dazu sind Aktivitäten
notwendig, die bei den Interessen der Jugendlichen ansetzen.
So entwickelt eine Gruppe Jugendlicher ein Theaterstück und bringt es zur Aufführung, was von einer anderen Gruppe gefilmt und zu einer Dokumentation verarbeitet wird. Musikinteressierte Jugendliche sorgten für den guten Ton bei den Auftritten, an Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Interessierte rührten die Werbetrommel und gestalteten Pressemitteilungen, Flyer und Plakate.
Damit entstehen in sich abgeschlossene Projekte von der Idee bis zur Realisierung, also etwa der Aufführung des Theaterstücks oder der Vorführung des fertigen Films. Dies schafft einen großen Anreiz, dass die Jugendlichen auch „bei der Stange blieben“, am Projekt bis zum Ende mitwirkten und anschließend möglicherweise neue Aktivitäten in Angriff nehmen.
Bei all den genannten Aktivitäten steht die praktische Arbeit im Mittelpunkt, an der einheimische und Aussiedler-Jugendliche gemeinsam mitwirkten - ein wichtiger Beitrag zum außerschulischen Lernen in der Praxis, das gerade den im theoriebeladenen Schulunterricht schwächeren Schülern sehr entgegenkam und ihr Selbstvertrauen stärkte.
Im Vordergrund steht nicht
mehr die sonst so oft dominierende defizitorientierte Betrachtung der
jugendlichen Zuwanderer, sondern die Hinwendung zu Kompetenzen und Erfahrungen.
Jugendliche Zuwanderer verfügen über Fähigkeiten und Kenntnisse, die auch unser
Leben in Deutschland bereichern können.
Quasi als „Nebeneffekt“ lernten sich die Jugendlichen (besser) kennen und
fungierten als Teil eines erfolgreichen Teams. Das stärkt das Verständnis für-
und das Vertrauen ineinander und leistet damit letztendlich einen wichtigen
Beitrag für gelebte Demokratie, die vom Mitwirken jedes Einzelnen abhängt. Durch
die Projektpräsentationen (z.B. Theater-Aufführung) kann dieser positive Effekt
im Idealfall sogar auf die Zuschauer „überspringen“.
Darüber hinaus wird die soziale Kompetenz der Teilnehmer/innen (sowohl der einheimischen als auch der Aussiedler) gestärkt, Sprachprobleme der Aussiedler-Jugendlichen werden durch „learning by doing“ verringert, neue Freundschaften entstehen.
Die Ergebnisse der
modellhaften Erprobung werden aufbereitet, dokumentiert und in einer
Abschlussveranstaltung kommuniziert und deren Übertragbarkeit auf andere
Kommunen diskutiert.