Soziales/Gesundheit

Eine Hand halten, vorlesen, zuhören, spazieren gehen, informieren, trösten, spielen.

Das kommt Menschen zugute, die aufgrund von Alter, Behinderung oder Krankheit der besonderen zwischenmenschlichen Unterstützung und Zuwendung bedürfen. Mit ihren unterschiedlichen Lebens- und Berufserfahrungen können Ehrenamtliche hier einen wichtigen Beitrag zur Integration benachteiligter Menschen bzw. verschiedener Bevölkerungsgruppen in das Gemeinwesen leisten - gegen Einsamkeit und soziale Kälte. Sie bereichern und ergänzen das vielfältige, den unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechende, Angebot der zahlreichen Verbände, Kirchen, Initiativen und Projekte.

Allein in der freien Wohlfahrtspflege mit ihren Spitzenverbänden sind ca. 1,7 Millionen ehrenamtliche Helfer/innen tätig. Ehrenamtliche Einsatzgebiete sind u.a. Besuchsdienste, Großelterndienste, Krisendienste wie Telefonseelsorge und Drogennotdienste, Mobilitäts- und Begleitdienste für kranke und behinderte Menschen. Auch in Begegnungs- und Betreuungsangeboten für Kinder, Jugendliche, Obdachlose und alte Menschen, in der Hospizbewegung und in der kirchlichen Gemeindearbeit liegen viele Tätigkeitsfelder.

Ein breites Betätigungsfeld für soziales ehrenamtliches Engagement bieten auch die zahlreichen Projekte und Organisationen der Selbsthilfe.

Die Anforderung an Ehrenamtliche variieren. Grundsätzlich gefragt sind soziale Kompetenzen wie Toleranz, Geduld, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft zu Fortbildung und Supervision.

Unterfelder:
Altenhilfe
Ausländische Mitbürger/innen und Aussiedler/innen
Behindertenhilfe
Beratende Dienste
Besuchsdienste
Familie und Kind
Krisendienste
Mobilitäts- und Begleitdienste
Psychosoziale Betreuung
Selbsthilfe
Sterbebegleitung / Hospizbewegung
Wohnungslosenarbeit / Tafeln

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Altenhilfe
Grundsätzlich kann jeder - jung und alt - einen ehrenamtlichen Beitrag in der Altenhilfe leisten, sei es durch Vorlesen, Einkaufen gehen, Zuhören oder gemeinsames Singen und Spielen. In Besuchs-, Begleit- und Mobilitätsdiensten ermöglichen freiwillige Helfer/innen alten Menschen die Erfahrung von Freundschaft, verbindlicher Zuwendung und gesellschaftlicher Teilhabe- jenseits familiärer Unterstützung durch Angehörige. Die ehrenamtliche Altenhilfe in Seniorenclubs, in Heimen oder in der privaten Wohnung wird von Sozialstationen, kommunalen Sozialverwaltungen, Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden und Nachbarschaftszentren organisiert und geht weit über "das Kaffeekochen" hinaus. In den letzten Jahren hat sich eine sehr aktive Altenselbsthilfebewegung entwickelt, die die Bedürfnisse der älteren Menschen am besten kennt und eine eigene "Infrastruktur der gegenseitigen Hilfe" etabliert hat: die Seniorenbüros und Wissensbörsen. Hier werden integrative Projekte, wie "Jugendliche kochen für Senioren", intergenerative Theatergruppen und Gemeinschaftswohnprojekte für Senioren initiiert. Bei "Seniorentelefonen" können sich ältere Menschen über Hilfsangebote und kulturelle Veranstaltungen informieren oder ihrem Kummer Luft machen. Der Alltag älterer Menschen muss also nicht "grau und einsam" sein ...
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Ausländische Mitbürger und Aussiedler
Orientierung im deutschen Behörden- und Gesetzesdschungel geben, Übersetzungshilfe leisten oder mit Hausaufgabenhilfe türkische Jugendliche im Schülertreff unterstützen: in der Ausländerarbeit können umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt werden. In kommunalen Ausländerbeiräten, in der Betreuung ausländischer Schüler und in Initiativen von ausländischen Mitbürgern/innen und Deutschen in der Nachbarschaftshilfe wird das soziale und kulturelle Miteinander gelebt. Diese gemeinsamen Aktivitäten sind zu einem großen Teil in die Arbeit von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Nachbarschaftszentren und zahlreichen anderen Trägern der Ausländerhilfe eingebettet. Beachtenswert ist die Tatsache, dass auch ausländische Mitbürger immer häufiger in Bereichen ehrenamtlich tätig sind, die keinen direkten Bezug zur Ausländerarbeit haben. In der Vertriebenen- und Aussiedlerarbeit engagieren sich Angehörige dieser Gruppen und deren Nachkommen, u.a. im Bund der Vertriebenen und den Landsmannschaften, aber auch andere ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Schulen und interkulturellen Projekten der Jugendfreizeitstätten. Die ehrenamtliche Arbeit mit der jungen Aussiedlergeneration im außerschulischen Bereich trägt erfahrungsgemäß besonders zu deren Integration bei.
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Behindertenhilfe
Häufig haben Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung vorwiegend Kontakte zu ihren Eltern, Betreuern oder untereinander. Ihre aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, die Entfaltung ihrer Persönlichkeit als Voraussetzung eines selbstbestimmten Daseins wie auch die vielfältigen Formen der Hilfe und Betreuung wären ohne freiwillige Helfer/innen undenkbar. Die vielfältigen Aktivitäten in der Behindertenhilfe reichen von der Betreuung behinderter Menschen in Behindertensportvereinen, Jugendgruppen und integrativen Freizeiteinrichtungen über Öffentlichkeitsarbeit, bis zu Besuchs- und Mobilitätsdiensten. Zunehmend leben vor allem geistigbehinderte Menschen nicht nur in Heimen, sondern in Wohngemeinschaften mit zeitweiliger Betreuung oder im betreuten Einzelwohnen. Viele freiwillige Mitarbeiter/innen unterstützen einzelne behinderte Menschen gezielt beim Erlernen und Trainieren lebenspraktischer Fertigkeiten wie abwaschen, U-Bahn fahren und Einkaufen oder begleiten sie regelmäßig zu Therapie- und Freizeitangeboten. Bei der Mobilisierung der ehrenamtlichen Arbeit spielen insbesondere die großen Behindertenverbände und die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege eine wichtige Rolle. Besonderen Stellenwert hat auch hier die Qualifizierung, Supervision und Fortbildung für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen.
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Beratende Dienste
Informieren, beraten, Erfahrungen weitergeben, vermitteln, zuhören, ermutigen. Bei den vielfältigen beratenden Diensten geht es weniger um Beistand in einer akuten, existenziellen Krisensituation, sondern um die Wissensvermittlung und Unterstützung bei konkreten Problemen und Fragestellungen zu bestimmten Lebensbereichen. In der Telefonberatung der Aidshilfen, der Drogennotdienste, der Gewaltopferhilfe, bei den "Kummertelefonen" der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, in den Expertenberatungsdiensten engagierter Senioren und im gesamten Selbsthilfebereich - überall geben ehrenamtliche Mitarbeiter Tipps, Informationen und Erfahrungswissen an hilfsbedürftige und interessierte Menschen weiter. In der heutigen Informationsgesellschaft gewinnen die beratenden Dienste zunehmend an Bedeutung und stehen beispielhaft für das "Neue Ehrenamt". Diese Form des bürgerlichen Engagements findet oft in Initiativen statt, die den Selbsthilfegedanken stark einbeziehen und die sozialen und fachlichen Kenntnisse der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen wertschätzen, nutzen und ausbauen. In Schulungen zur Beratungskompetenz und Gesprächsführung lernen sie, die relevanten Informationen an hilfsbedürftige Menschen weiterzugeben. In der Regel arbeiten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in den beratenden Diensten sehr eng zusammen.
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Besuchsdienste
Zielsetzung der Besuchsdienste - unabhängig vom institutionellen Rahmen - ist es, der Einsamkeit und sozialen Isolation einzelner Menschen etwas Positives entgegenzusetzen. Besuchsdienste machen innerhalb der ehrenamtlichen psychosozialen Betreuungsdienste einen großen Anteil aus. Bei der "klassischen Variante" handelt es sich um das Besuchen von kranken, nicht mobilen und alten Menschen, die entweder durch Sozialstationen betreut werden, in Heimen leben und keine Angehörigen haben, oder ganz allein leben und völlig auf sich gestellt sind. Es findet in der Regel einmal wöchentlich ein Besuch statt. In der Zeit werden Gespräche geführt, gespielt, vorgelesen oder gemeinsame Unternehmungen geplant und durchgeführt. Zu den neueren Formen gehören die Besuchsdienste für Straffällige in den Gefängnissen, der Kinderkrankenhausbesuchsdienst und die Besuche im Rahmen der Sterbebegleitung. Je nach Zielgruppe sind sowohl Sozialstationen, Kirchengemeinden, kleine freie Träger, als auch Nachbarschaftszentren und kommunale Sozialverwaltungen die Initiatoren und Organisatoren der verschiedenen Formen von Besuchsdiensten. Zur Unterstützung der Ehrenamtlichen werden Erfahrungsaustausch und Supervision angeboten. Es gibt häufig eine Aufwandsentschädigung und eine Unfallversicherung.
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Familie und Kind
Ein Tag in der Kinderstation eines Krankenhauses könnte ganz schön langweilig werden, wenn es nicht den Besuchsdienst für die kleinen, jungen Patienten gäbe, wo gespielt, gelacht und Mut gemacht wird. Oder den "Ersatzopa", der eine alleinerziehende Mutter einen Nachmittag in der Woche entlastet, indem er mit ihrem kleinen Sohn ins Schwimmbad geht und danach Eis-Essen. Die Kinderbetreuung in verschiedenen Zusammenhängen macht den größten Anteil in den familienorientierten Diensten aus, und sie haben eine spürbar entlastende Wirkung auf überlastete - sehr oft auch sozial schwache - Familien und Alleinerziehende. Neben ehrenamtlichen Hilfsangeboten der Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Nachbarschaftsinitiativen und Kinderschutzorganisationen, ist auch die Familienhilfe sehr stark selbsthilfeorientiert. In Projekten unter den Dächern der Frauen-, Familien- und Behindertenverbände, aber auch bei kleinen freien Trägern werden unterstützende Dienste für stark belastete Familien mit verhaltensauffälligen, kranken und behinderten Kindern organisiert. Langsam öffnen sich auch Kindertagesstätten und Kinderheime für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Betreuung und kreativen Freizeitgestaltung. Bestenfalls profitieren neben deutschen Familien auch ausländische Mitbürger, Aussiedler und Migranten von dieser ehrenamtlichen Unterstützung.
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Krisendienste
Alle 30 Sekunden wählt ein Mensch die Notrufnummer einer der 100 Telefonseelsorgestellen in Deutschland. Viele Menschen verstummen, weil sie mit ihren Sorgen und Krisen aufgrund von Tod, Trennung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr fertig werden. Eine der wichtigsten Aufgaben der Telefonseelsorge ist es, die Menschen zum Sprechen zu befähigen, ihnen zuzuhören und dadurch zu helfen. 24 Stunden tagaus, tagein für Menschen telefonisch erreichbar sein - das können nur die ca. 7200 qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorgestellen im ganzen Land ermöglichen. Die Trägerschaft sieht sehr unterschiedlich aus: es gibt Telefonseelsorgestellen, die direkt von einem Kirchenkreis, Dekanat, Bistum oder von gemeinnützigen Vereinen getragen werden. Alle Stellen verpflichten sich der gemeinsamen Grundsatzerklärungen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden äußerst sorgfältig ausgewählt, sehr intensiv auf ihre Tätigkeit vorbereitet und erhalten regelmäßig Supervision und Fortbildung. Neben der Telefonseelsorge gibt es diverse Notruftelefone verschiedener gemeinnütziger Organisationen, die zielgruppenorientiert arbeiten. So gibt es Notrufnummern für Gewaltopfer, Drogenabhängige, Kinder, Jugendliche, Frauen und Senioren. (Siehe auch
Beratende Dienste) Top

Mobilitäts- und Begleitdienste

Die eigenen vier Wände können für viele in ihrer Mobilität eingeschränkt lebende Menschen zum Gefängnis werden, ganz gleich, ob es sich um die eigene Wohnung im 3. Stock, die Behindertenwohngruppe oder das Zimmer im Seniorenwohnheim handelt. Im Rollstuhl oder mit Gehhilfen auch Aktivitäten wie Einkaufsbummel, Ausflüge ins Umland, kulturelle Veranstaltungen oder Arzt- und Behördengänge noch relativ selbständig unternehmen können - das wird oft erst mit ehrenamtlicher Begleitung möglich. Es gibt den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit und macht dazu gemeinsam "doppelt" Spaß. Mobilitäts- und Begleitdienste sind ergänzende ehrenamtliche Unterstützungsangebote in Kooperation mit dem hauptamtlichen Personal in der Kranken-, Alten- und Behindertenhilfe. Ziel ist es, die geistige und körperliche Mobilität von sehr eingeschränkt lebenden Menschen aller Altersgruppen solange wie möglich aufrechtzuerhalten und bestenfalls auszubauen. Organisatoren dieser Dienste sind Sozialstationen, Einrichtungen der kommunalen Alten -und Behindertenhilfe sowie Nachbarschaftszentren und unabhängige Projekte und Initiativen der Selbsthilfe. Rollstuhltraining, Zuverlässigkeit und Kooperationsbereitschaft gehören zum "Pflichtprogramm" für freiwillige Mitarbeiter/innen. Top

Psychosoziale Betreuung
Der Bereich psychosoziale Betreuung geht ein Stück über das reine Besuchen hinaus, wobei der Übergang zu den Besuchsdiensten ein fließender ist. Die Betreuungsarbeit ist nicht so stark ortsgebunden und versucht primär, die Betreuten und deren Angehörige bei der Bewältigung alltäglicher Anforderungen wie Behördengänge oder Arztbesuche zu unterstützen. Dabei kann es sich um ehrenamtliche Hilfen für überlastete Alleinerziehende, Mehrkindfamilien, Ausländer- und Migrantenfamilien, Gewaltopfer, wohnungslose oder straffällig gewordene Menschen handeln. Nicht zu vergessen sind die diversen Unterstützungsangebote für behinderte, kranke und alte Menschen. Hier gibt es interessante intergenerative Ansätze zur Betreuung älterer Menschen durch Jugendliche und umgekehrt die Betreuung von Kindern durch "junge Alte" in den Großelterndiensten, die von Nachbarschaftszentren, Frauenvereinen und Senioreninitiativen organisiert werden. Als weitere Initiatoren zahlreicher ehrenamtlicher psychosozialer Betreuungsangebote sind die Wohlfahrts- und Sozialverbände, Kirchengemeinden, kommunale Sozialverwaltungen und Träger der Jugend -, Behinderten und Ausländerhilfe zu nennen. Ehrenamtlich mitmachen kann jeder, der ein Herz für Menschen und Spaß an einer gemeinsamen Aufgabe hat. (Siehe auch
Justiz/Ehrenamtliche Betreuung) Top

Selbsthilfe
Immer mehr Menschen suchen den Kontakt zu gleich oder ähnlich Betroffenen in Selbsthilfegruppen. Depressivität, Ängste, Partner- oder Suchtprobleme können ebenso der Anlass sein wie Asthma, Allergien, Krebs, Stoffwechselkrankheiten, Stottern, Rheuma, ein schwerer Unfall, eine schwere Operation oder eine besonders schwierige Lebenssituation wie zum Beispiel: allein Kinder zu erziehen, arbeitslos zu sein, ein chronisch krankes oder behindertes Kind zu haben oder den Lebenspartner durch Scheidung oder Tod verloren zu haben.
Die Gesamtzahl der Selbsthilfe-Zusammenschlüsse in der Bundesrepublik Deutschland wird auf ca. 70.000 Gruppen mit annähernd drei Millionen mitwirkenden Menschen geschätzt (Stand: 1995).
Die Teilnehmer/innen wollen in einem überschaubaren Kreis von Gleichbetroffenen Informationen austauschen, vertrauensvoll miteinander sprechen und ihre persönlichen Lebensumstände verändern. Oft versuchen sie, auf das soziale und politische Umfeld Einfluss zu nehmen. Handlungsfelder sind gegenseitige Hilfe innerhalb der Gruppe, Hilfe für Außenstehende, Information und Bildung/Lernen, Geselligkeit/Kommunikation sowie Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung.
Die Vielfalt der Selbsthilfegruppen ist groß; jede Gruppe hat ihre eigenen Ziele und arbeitet anders als andere. Manche orientieren sich zum Beispiel ausschließlich auf den eigenen Gruppenzusammenhang, andere wiederum stärker nach außen, auf andere Betroffene, auf die Öffentlichkeit oder das professionelle Versorgungssystem. Jede Selbsthilfegruppe bestimmt ihre Organisationsform und ihr Vorgehen selbst.
Zur Beratung und Begleitung von Selbsthilfegruppen und Interessierten haben sich in Deutschland seit Ende der siebziger Jahre auf örtlicher/regionaler Ebene professionelle Unterstützungsangebote herausgebildet. Inzwischen gibt es derzeit in über 250 Städten und Landkreisen solche örtlichen Angebote.
Besonders bewährt haben sich Selbsthilfekontaktstellen, die als eigenständige Einrichtungen arbeiten und über fest angestelltes Personal, Räume und Ressourcen verfügen. Sie stellen umfangreiche Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung.
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Sterbebegleitung / Hospizbewegung
Immer weniger Menschen sterben zu Hause, betreut von ihren Angehörigen oder Freunden. Das Sterben findet zunehmend in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen statt. Aus dieser sozialen Not heraus ist die Hospizbewegung entstanden, die sich - nach internationalen Vorbildern - für den Aufbau menschenwürdiger ambulanter und stationärer Wohn- und Pflegeformen für sterbende Menschen einsetzt. Die ehrenamtliche Begleitung sterbenskranker Menschen findet sowohl zu Hause, in Krankenhäusern, Pflegeheimen, als auch in stationären Hospizen statt. Durch regelmäßige Besuche, Hilfe bei der Pflege, Sitzwachenarbeit, Vorlesen, Zuhören und Schweigen wird ein Sterben in Würde ermöglicht. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospize, bzw. der Vereine und Institutionen, die sich für die Verbreitung des Hospizgedanken engagieren, werden sorgfältig ausgesucht und sehr intensiv auf die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen vorbereitet sowie durch regelmäßige Supervision und Fortbildung unterstützt. Dabei steht neben medizinischen und ethischen Fragen die eigene Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer im Vordergrund. Initiatoren der Sterbebegleitung und der Hospizbewegung sind Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Aidshilfen und freie, meist überkonfessionelle Trägervereine für psychosoziale Krankenbegleitung. Top

Wohnungslosenarbeit / Tafeln
Not macht erfinderisch: In den letzten Jahren sind in allen größeren Städten Deutschlands ehrenamtliche Fahrdienste organisiert worden, die gespendete Nahrungsmittel von Lebensmittelherstellern, Restaurants und Privatpersonen abholen, sortieren und an Einrichtungen für nichtsesshafte Bedürftige weiterleiten. Dieses positive Beispiel der "Tafeln" zeigt, wie mit unkonventionellen Aktionen geholfen und auch den Berührungsängsten der Bevölkerung begegnet werden kann. Die freiwilligen Einsätze für nichtsesshafte und wohnungslose Menschen werden größtenteils durch Kirchen und Verbände der freien Wohlfahrtspflege koordiniert; viele Initiativen und Einzelpersonen engagieren sich aber auch unabhängig davon. Neben Wärmestuben, Bahnhofsmissionen, Notunterkünften und Frauenhäusern, initiieren und tragen Vereine mit einem hohen ehrenamtlichen Anteil Projekte zugunsten Wohnungsloser. Dabei kann es sich um Zeitungsprojekte, Kulturarbeit, Benefiz-Veranstaltungen, niedrigschwellige Cafés oder das Betreiben von Kältebussen handeln, die Wohnungslose von der Straße holen oder mit Schlafsäcken versorgen. Es wird deutlich, dass Art und Umfang der ehrenamtlichen Hilfen für Wohnungslose, bei der sich einige Betroffene selbst einbringen, sehr unterschiedlich sein können.
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