| Politik "Überzeugen" ist die
Haupttätigkeit in der Politik, unabhängig in welchem
konkreten Bereich. Motiviert davon, Missstände oder
Probleme beseitigen zu wollen, also die Gesellschaft oder
gesellschaftliche Bereiche zu verbessern, setzen sich
Menschen im politischen Bereich ein, um andere für ihre
Ziele zu gewinnen.
Politische Ämter sind
oftmals klassische Ehrenämter. Gerade auf kommunaler
Ebene - in den Gemeinderäten, Stadtparlamenten und
Landkreisen - engagieren sich Personen in vielfältigen
Aufgabenfeldern - als Bürgermeister, Beigeordnete,
Ortsvorsteherin oder Kreistagsmitglied. So gibt es allein
über 200.000 Gemeinderäte.
Aber Politik wird nicht
nur von Ämtern aus betrieben, sondern würde ohne
Basisarbeit nicht funktionieren: Plakate kleben, Stände
machen, Veranstaltungen organisieren, demonstrieren und
diskutieren und vieles mehr. Politik bedeutet außerdem
nicht nur Parteipolitik, sondern auch neue Formen des
Engagements lassen sich finden, so zum Beispiel die
politische Arbeit in Bürgerinitiativen oder
Betroffenenorganisationen.
Unterfelder:
Ehrenamtliche Bürgermeister/innen
Ehrenamtliche
Kommunalpolitiker/innen
Parteiarbeit
Wahlhelfer/innen
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Ehrenamtliche
Bürgermeister/innen
Das oberste
politische Amt in der Gemeinde. Sie sind dafür da, die
Beschlüsse der Gemeindevertretung zusammen mit der
Amtsverwaltung umzusetzen und diese nach außen zu
repräsentieren. Sie sind Ansprechpartner/in für die
Probleme der Bevölkerung der Gemeinde, um diese in
politische Lösungskonzepte zu gießen. Ab einer
bestimmten Einwohnerzahl werden hauptamtliche
Bürgermeister eingestellt, weil die Aufgaben mit einem
Ehrenamt vom Zeitaufwand her nicht mehr zu erfüllen
sind. Die genauen Regelungen sind von Bundesland zu
Bundesland verschieden und in der Kommunalverfassung
geregelt. Ehrenamtlicher Bürgermeister zu werden, setzt
in der Regel ein langes politisches Engagement voraus,
das dazu führt, von der Mehrheitspartei als
Spitzenkandidat/in vorgeschlagen und gewählt zu werden.

Ehrenamtliche
Kommunalpolitiker/innen
Sie sind die kleinste politische Einheit, die Basis
unserer Demokratie. Probleme, die Menschen direkt vor Ort
betreffen, können von ihnen gelöst werden:
Kindergartenplätze, Verkehrsberuhigung und lokale
Wirtschaftspolitik sind nur einige Stichwörter.
Kommunalpolitiker/innen organisieren das Zusammenleben
zwischen den verschiedensten Menschen. Dabei ist die
Parteizugehörigkeit meist Nebensache. Was zählt sind
Taten. Wer sich einsetzt, kommt weiter, wer sich
kümmert, kann viel erreichen.
Neben der Lösung konkreter Probleme ist Mitdenken und
Vorausdenken gefragt. Grundsätzliche Entscheidungen sind
zu treffen: Was ist uns das Wichtigste - Gesundheit,
Arbeitsplätze, Natur, oder, oder, oder? Wir wollen
Arbeitsplätze schaffen - erreichen wir dieses Ziel durch
ein neues Gewerbegebiet oder durch ein Naturschutzgebiet,
welches Arbeitsplätze im Naturschutz und Tourismus
schafft?
Kommunalpolitik geht jeden und jede an. Wir brauchen
Menschen, die bereit sind, sich zu Hause für ihre Umwelt
einzusetzen.

Parteiarbeit
Politische Parteien in Deutschland gibt es Dutzende. Eine
Entscheidung für Parteiarbeit ist erst einmal nur eine
Entscheidung für politisches Engagement - egal, für
welche Richtung! Fünf Fraktionen haben Sitz und Stimme
im Deutschen Bundestag, in den Landes- und
Kommunalparlamenten sind es deutlich mehr. So ist für
(fast) jede und jeden etwas dabei. In den Parteien werden
die Inhalte besprochen und festgelegt, nach denen später
die Politiker handeln. Auch was der Bundeskanzler macht,
ist ursprünglich in den grundsätzlichen Fragen von
seiner Partei beschlossen worden. Parteiarbeit ist eine
wichtige Form der politischen Mitbestimmung in
Deutschland. Veranstaltungen organisieren und Plakate
kleben sind nur ein Teil der Arbeit. Oftmals wichtiger
sind die inhaltlichen Debatten: Wohin entwickelt sich
eine Partei, wollen wir in diese oder in jene Richtung.
In den Orts- und Kreisverbänden werden Delegierte für
die Entscheidungen auf Landes- und auf Bundesebene
gewählt. So anstrengend die Parteiarbeit auch sein kann,
das ist es wert, wenn man dafür mitentscheidet, wenn es
wirklich um wesentliche Entscheidungen geht.

Wahlhelfer
Zu Wahlzeiten ist die Tätigkeit der Wahlhelfer ein
unverzichtbarer Bestandteil ehrenamtlichen Engagements in
Kommunen und Gemeinden. Vor den Wahlen zu den
Verordnetenversammlungen der Kommunen, zu den Parlamenten
der Länder, des Bundes und zum Europäischen Parlament
werden - unter Hoheit der Innenministerien, der
Statistischen Landesämter und Gemeindebehörden -
Wahlhelfer gesucht, geschult und schließlich dazu
verpflichtet, am Wahltag ihren ehrenamtlichen Dienst
auszuführen. In jedem Wahllokal ist im wesentlichen
folgendes zu erledigen: Kontrolle der Wahlberechtigten,
Ausgabe der Stimmzettel, Vermerk der Stimmabgaben,
Auszählung der Stimmen nach Ende der Wahlzeit. Die
Tätigkeit des Wahlhelfers kann jeder Wahlberechtigte
ausüben; er/ sie muss allerdings einen festen Wohnsitz -
seit mindestens 3 Monaten - im zuständigen Wahlbezirk
vorweisen können. Eine Gruppe von Wahlhelfern bildet
miteinander einen Wahlvorstand, der sich aus einem
Wahlvorsteher und mehreren Beisitzern zusammensetzt.
Außerdem gibt es auch Wahlhelfer, die in
Briefwahlvorständen mitarbeiten. Für die ehrenamtliche
Tätigkeit erhalten Wahlhelfer eine
Aufwandsentschädigung. Neben engagierten Bürger/innen
beteiligen sich traditionell auch viele Beschäftigte aus
dem öffentlichen Dienst als Wahlhelfer und erhalten für
ihren Einsatz einen Freizeitausgleich.

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