AWO Salzgitter: Mentoren für Integration
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AWO Salzgitter: Mentoren für Integration
Vorstellung eines der 16 Modellprojekte zur besseren Integration von Migrant(inn)en
Im Rahmen des Projektes sollten Zuwanderer ermutigt und befähigt werden, sich ehrenamtlich an gemeinwesenorientierter Arbeit zu beteiligen. Herausragende Persönlichkeiten dieser Gruppe sollten bestärkt werden, innerhalb ihrer Kontaktgruppe eine Schlüsselposition einzunehmen. Aus dieser Stellung sollten sie erreichen, weitere Zuwanderer für Gemeinwesenarbeit zu interessieren. Primäre Zielgruppe waren junge Zuwanderer. Als zweite Säule wurde für Eltern und Familien ein Unterstützungsnetzwerk aufgebaut.
Diese Mentoren sollten geschult werden, um Ehrenamtliche in den Zielgruppen zu gewinnen. Schulen, Jugendzentren, Eltern, Firmen, Gruppen und Vereine wurden begleitet, wenn sie Zuwanderern einen Einsatz im ehrenamtlichen Bereich ermöglichten.
Es wurde darauf geachtet, dass die Patenschaftsaufgaben "inhaltlich greifbar“, also konkret sind. Sie sollten für Mentoren und Zielgruppenangehörige praktisch nützlich und zeitlich absehbar sein.
Aus der langjährigen Kenntnis des sozialen Umfeldes war bekannt, dass im Stadtteil Fredenberg eine intensive und kontinuierliche erweiterte Netzwerkarbeit notwendig ist. Nicht in erster Linie persönliche Kontakte zu Partnerorganisationen und –gruppen sind hier wichtig. Entscheidend sind Kontakte zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils. Ohne einen persönlichen Kontakt, ohne eine Bekanntheit im Umfeld ist es nicht möglich, Menschen für die Arbeit in Projekten und Gruppen zu gewinnen. Deswegen war der Aufbau und die Pflege dieser Kontakte ein integraler Bestandteil des Projekts. Auch bei der Auswahl der Projektmitarbeiterinnen hatte diese "persönliche Bekanntheit“ im Stadtteil immer einen hohen Stellenwert und stand mindestens gleichrangig neben formalen Qualifikationen.
Das Projekt hatte zu Beginn den Ansatz, Menschen, die ein Interesse an ehrenamtlicher Arbeit haben oder die für Freiwilligendienste zu motivieren sind, zu identifizieren, zu qualifizieren und in die Aktivitäten von Vereinen und Gruppen zu integrieren. Dabei war von vornherein klar, dass die besondere soziale Struktur des Fredenbergs auch eine besondere Herangehensweise notwendig machte. Durch den Aufbau eines Netzwerkes, durch die Beteiligung an verschiedenen Projekten und Veranstaltungen sollte erreicht werden, dass das Projekt bekannt wird und sich in die Aktivitäten des Quartiers integriert. Menschen sollten über eine Beteiligung an Aktivitäten an die Übernahme verantwortlicher Positionen herangeführt werden.
Im Verlauf des Projekts zeigte sich, dass dieser Ansatz nicht zum Erfolg führte. Deshalb wurde die Projektstruktur dahingehend geändert, dass das Projekt eigene Aktivitäten entfaltete, an denen die Einwohner des Fredenbergs zunächst teilnehmen konnten, um dann aus der Aktivität heraus durch eine formale oder informelle Qualifizierung verantwortliche Positionen übernehmen und so selbst handlungskompetent werden konnten. Dieser Ansatz erwies sich als grundsätzlich erfolgreich.
Es zeigte sich, dass jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel eher zu motivieren und an eigene ehrenamtliche Aktivitäten heranzuführen waren. Hier war es in erster Linie notwendig, "Wege zu ebnen“, Kontakte herzustellen und Informationen bezüglich vorhandener Strukturen zu geben.
Ältere Teilnehmerinnen (Zielgruppe des Projekts waren hier primär Frauen mit Migrationshintergrund) taten sich deutlich schwerer, aus der konsumtiven in eine aktive Rolle zu wechseln. Hier war eine intensive persönliche Betreuung und Begleitung über einen langen Zeitraum notwendig. Immer wieder mussten die Teilnehmerinnen gestützt und motiviert werden.
Grundsätzlich zeigt sich, dass die durch das Projekt und durch die Aktivitäten der Netzwerkpartner zu ehrenamtlicher Arbeit motivierten Bewohnerinnen und Bewohner tatsächlich eine solche Vorbildfunktion im Stadtteil übernehmen und anderen Menschen nachziehen.
Folgende Maßnahmen wurden organisiert:
Bewerbungscoach
18 Jugendliche mit unterschiedlichen Migrationshintergründen aus den umliegenden Schulen wurden mit dem Seminar "Bewerbungscoach“ als Mentoren ausgebildet. Die Jugendlichen absolvierten danach eine Jugendleiterausbildung durch die Stadt Salzgitter.
Elternkompetenzseminar
Die Eltern der Bewerbungscoaches nahmen an einem Kompetenzseminar teil.
Patenfirmen
Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Akquise von Firmen, die als Paten für die Bewerbungscoaches zur Verfügung stehen.
Integrationsratgeber
Ehrenamtliche erarbeiten einen Integrationsratgeber, der gedruckt zur Verfügung steht
Elterncafes in Kindertagesstätten. In zwei AWO-Kindertagesstätten wurden Elterncafes eingerichtet. Ziel war es, Frauen, die dieses Begegnungsangebot regelmäßig nutzen, für die Leitung der Cafes zu qualifizieren.
Arbeitskreis Frauen
Im 2008 gegründeten Arbeitskreis Frauen treffen sich regelmäßig 12-14 Frauen aus 6 Nationen. Inhalt des Arbeitskreises ist neben dem Austausch über die Lebenssituation und der gegenseitigen Unterstützung bei Problemen die Schaffung weiterer sinnvoller ehrenamtlich getragener Angebote.
Stammtisch der Begegnungen
Unter Anleitung der Künstlerin und Holzbildhauerin Sundari Arlt wurde mit Ehrenamtlichen ein Tisch und vier Stühle aus Holz gefertigt. Der "Stammtisch der Begegnungen“ steht im Lebensgarten der Kulturen.
Tanzprojekt für Mädchen
Im Jugendzentrum D7 startete ein Tanzprojekt für Mädchen mit Migrationshintergrund.
Fredenberg ist online
Jugendliche aus den umliegenden Schulen erarbeiten unter fachlicher Anleitung eine Jugendwebsite.
"Was ist in der Brotdose“
In der Grundschule Dürerring fand im Rahmen der Gesundheitswochen in den 1. und 2. Klassen ein Wettbewerb zum Thema "Gesundes Frühstück“ statt.
Soziales Kompetenzseminar "Fit for Life"
In der Hauptschule erhalten Schüler als Grundlage für folgende Seminare "Bewerbungscoach“ ein Sozialtraining
Kontakt: AWO Kreisverband Salzgitter e. V., Herr Geschäftsführer Ulrich Hagedorn, Berliner Str. 76, 38226 Salzgitter, Tel. 05341 / 175711, Fax 05341 / 179020, E-Mail: info@awo-salzgitter.de