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Ehrenamtliche Medi-Clowns lassen kranke Kinder Schmerzen und Leid vergessen
Ausgerüstet mit Späßen, Tricks, roten Nasen, Improvisationskunst und dem Vorhaben, so komisch wie unmöglich zu sein. So klopften sie im August 1996 zum ersten Mal an die Krankenzimmertüren der Universitätsklinik Dresden: Die Medi-Clowns, eine bunte Truppe 18 Ehrenamtlicher aus den unterschiedlichsten Berufen.
Was sie vereint, ist die Lust, die Welt aus der Perspektive von Clowns neu zu entdecken, andere an diesen Entdeckungen teilhaben zu lassen und das gemeinsame Ziel, Lachen auszulösen an einem Ort, der ansonsten wenig Anlaß zur Heiterkeit bietet.
"Bevor wir an die Türen der Krankenzimmer klopfen, haben wir uns den Anfang einer Geschichte überlegt alles Weitere überlassen wir dem Moment und der Improvisationskunst, denn immer sind es andere Situationen, denen wir begegnen und auf die wir uns einstellen", berichtet Initiatorin, Gründerin und Leiterin Evelin Ledig-Adam. "Wenn es uns gelingt, den kleinen Patienten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder sie richtig über unsere Späße lachen können, sind wir sehr froh, denn dann wissen wir, daß Krankheit und Schmerzen für Augenblicke vergessen sind."
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der sensible Umgang mit dem kranken Kind, das bestimmt, wie nahe ihm die Clowns kommen dürfen. Nach Absprachen mit dem Stationspersonal, wie es den kleinen Patienten geht und wer Aufmunterung nötig hat, kann`s losgehen. Wenn auf das Klopfen ein "Herein" ertönt, beginnt das Abenteuer aufs neue. Das größte Geschenk, das man sich gegenseitig bereiten kann, ist ein Lachen. Denn dieses Lachen bringt den Kindern nicht nur körperliche Entspannung, sondern ist auch eine Befreiung von Ängsten, kann den Lebenswillen stärken und den körperlichen Gesundungsprozeß befördern helfen. Manchmal ist das Zimmer etwas heller und die zu tragende Last etwas leichter geworden, wenn sich die bunten, lustigen Gestalten verabschieden. "Schön ist es, dann in fröhliche Gesichter zu sehen und die Frage zu hören: Wann kommt Ihr wieder?", berichtet Evelin Adam-Ledig.
Inzwischen sind die Medi-Clowns nicht zur in der Uniklinik Dresden anzutreffen, sondern auch auf den Kinderstationen des Krankenhauses Dresden-Neustadt. Stillstand ist nicht eingeplant es wird trainiert, der Pantomime Ralf Herzog unterstützt, zweimal im Jahr gibt es einen Workshop. Im Januar 1997 wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet.
Für die Krankenhäuser ist der Dienst unentgeltlich, Geld- und Sachspenden ermöglichen die Anschaffung weiterer Ausstattung und kleine Geschenke an die Patienten. Spätestens seit September 1998 ist das Projekt, das es in anderen Städten in ähnlicher Form gibt, bundesweit bekannt: dem Verein wurde der Unicef-Kinderrechtsorden verliehen.
Infos und Kontakt: Agentur Mediclowns e.V., Weintraubenstraße 18, 01099 Dresden, Telefon 0351-8033964.