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Integration begleiten! - Freiwilligenarbeit in Münster

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Mai 2009

 

Integration begleiten! - Freiwilligenarbeit in Münster

Ziel des Projektes "Integration begleiten!" ist die Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Migrantinnen und Migranten. In verschiedenen Projektfeldern, die sich an die Bedürfnisse unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Lebenssituation wenden, engagieren sich Teams von Freiwilligen mit und ohne Migrationshintergrund.
Vor dem Hintergrund eines oft über Jahre gewachsenen Kennens und Vertrauens wenden sich Flüchtlinge auch nach Erhalt eines Bleiberechts an "ihre" GGUA - und das nicht nur Rat suchend, sondern auch in dem Wunsch nach Engagement für die und in der Aufnahmegesellschaft.

Das T.I.B. Café (Treffen - Information - Beratung) unterstützt Migranten in der Arbeits- und Wohnungssuche. An jedem Montag von 9 - 12 Uhr findet das offene Café mit einem Frühstücksbuffet statt. Ehrenamtliche begleiten die Arbeits- und Wohnungssuchenden in der hauptamtlichen Beratung und unterstützen sie in Bewerbungsverfahren.

Das Projekt "Schlauberger" unterstützt seit Januar 2005 Kinder mit Migrationshintergrund in der schulischen Bildung, um der Chancengleichheit nachzuhelfen. Zurzeit engagieren sich 80 Bürgerinnen und Bürger verschiedener Generation und Herkunft, um ein- bis zweimal in der Woche ein Kind mit Migrationsvorgeschichte in den Schulen bei den Hausaufgaben zu unterstützen und individuell zu fördern.

Das Quassel-Café für Frauen findet seit November 2007 monatlich statt. Es treffen sich regelmäßig Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern und einheimische Frauen, um selbst organisiert ihre deutschen Sprachkenntnisse zu vertiefen und zur Diskussion über aktuelle und relevante gesellschaftliche Themen.

Das Projekt "Krumping"
Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Chitam Jaber gründete ein Angebot für Kinder und Jugendliche: "Krumping - Tanz Deine Wut!", ein Tanz der Elemente des Hip Hop mit Freestyle-Bewegungen vermischt und zu getanzten Geschichten verbindet. Seit Beginn des Projektes haben mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund verschiedene Tanzformationen gegründet, an Wettbewerben teilgenommen und gewonnen und konnten lokal und überregional die Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern.

Das neue Projekt "KulturBitte!" wurde von einer Studentin mit Migrationshintergrund im Mai 2008 initiiert. Verschiedene Anbieter kultureller Veranstaltungen in Münster stellen Kontingente von Freikarten für bedürftige MigrantInnen zur Verfügung, die der Beratungsstelle der GGUA Flüchtlingshilfe e.V. zur anonymen Weitergabe zur Verfügung stehen. Das Pilotprojekt, das sich zunächst in der Zielgruppe auf MigrantInnen und der Vermittlung durch die GGUA e.V. beschränkt, wird im Juni 2009 abgeschlossen und ausgewertet. Die Projektauswertung steht dann zur Weiterentwicklung für andere Träger und zur Erweiterung für andere sozial Benachteiligte zur Verfügung, wobei die Stadt Münster bereits ihr Interesse bekundet hat.

Vermittlung von Migranten zu anderen Einrichtungen
Für die erfolgreiche Vermittlung von Migranten, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, sei ein Beispiel genannt. Es war der Wunsch eines Kongolesen mit gehörlosen Kindern und Jugendlichen zusammen zu arbeiten. Im Kongo war er als Basketballtrainer tätig und Sport ist seine Leidenschaft. Die GGUA vermittelte ihn zur Münsterlandschule, eine Förderschule für Hören und Kommunikation. Seine Basketballmannschaft bereitet sich nun auf ein bundesweites Basketballturnier im Frühjahr in Berlin vor. Mit Hilfe von Spendengeldern kann ihm die Teilnahme an einem Gebärdensprachkurs finanziert werden.

Ausblick
Das Projekt "Integration begleiten!", das seit Beginn auf Nachhaltigkeit setzt, entwickelt in allen Teilprojekten eine Perspektive zur Fortführung auch nach Ende der Projektförderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im September 2009. Es hat sich bestätigt, dass Migranten dann Initiative ergreifen können, wenn ihnen zuvor fehlende Informationen, soziale Kontakte, Kooperationspartner und Finanzierungsmöglichkeiten vermittelt werden. In den verschiedenen Lebensbereichen der Projekte als auch in der Verwirklichung eigener Projektideen werden Migrantinnen und Migranten zu gestaltenden Akteuren im Zusammenleben in Münster.

Kontakt:
GGUA Flüchtlingshilfe e.V.
Marlies Isernhinke
Südstrasse 46
48153 Münster
Tel.: 0251 144860
www.ggua.de
isernhinke@ggua.de