Zurück zum Menü ...

Unternehmensbürger - engagiert für die Kommune

IM GESPRÄCH
Direkt

Online-Informationsdienst der Stiftung Bürger für Bürger

September 2008

 

Unternehmensbürger - engagiert für die Kommune
Kommentar von Dieter Schöffmann, stv. Vorsitzender der Stiftung Bürger für Bürger

Was können Kommunen tun, um Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen? Ihnen stehen drei, miteinander kombinierbare, Handlungsansätze zur Verfügung, die ich im Folgenden kurz skizziere:

Unternehmensengagement anerkennen und anregen

Bei dem ersten Ansatz geht es vor allem darum, bei möglichst vielen in der Kommune ansässigen bzw. tätigen Klein-, Mittel- und Großbetrieben bereits stattfindendes bürgerschaftliches Engagement öffentlich anzuerkennen und hiermit weitere Unternehmen zur Nachahmung anzuregen. Mit der Auswahl der öffentlich anzuerkennenden Engagements und durch begleitende Impulse kann die Kommune darüber hinaus zu einer Modernisierung des Unternehmensengagements beitragen: Von der reinen Geldspende hin zum Engagement mit Unternehmenskompetenz und -personal oder auch hin zur intelligenten Verknüpfung von Gemeinwohl und Eigennutz etwa im Rahmen der Personalentwicklung.

In diesem Sinne geeignete Maßnahmen können sein:

Engagementpartnerschaften zwischen gemeinnützigen Einrichtungen und Unternehmen fördern

So manches Unternehmen würde sich gerne aktiv im Gemeinwesen engagieren, findet dazu aber nicht den geeigneten gemeinnützigen Partner. Gemeinnützige würden gerne mit Unternehmen praktisch kooperieren, wissen aber nicht, wie sie vorgehen sollten. Gewerbliche Unternehmen und gemeinnützige Organisationen repräsentieren unterschiedliche Welten, die sich gegenseitig viel zu geben hätten und gemeinsam so manches bewegen könnten - wenn sie sich denn träfen und eine gemeinsame Sprache fänden.

Die Kommune kann u. a. auf folgenden Wegen zur Entwicklung dieses gegenseitigen Verständnisses und zur produktiven Begegnung zwischen der gewerblichen und der gemeinnützigen Welt beitragen:

Lokale strategische Problemlösungspartnerschaften initiieren

Unternehmensengagement und Engagementpartnerschaften anzuerkennen, anzuregen und zu fördern bereitet den Boden für diesen dritten Aspekt, der für Kommunen von strategischem Interessen sein dürfte: Die Initiierung strategischer problemlösender Engagementpartnerschaften. Solche strategischen Partnerschaften geben dem kommunalen Unternehmensengagement Richtung und Rahmen. Sie widmen sich der nachhaltigen Verbesserung der sozialen Lage im Gemeinwesen: Chancen für Erwerbsarbeitslose, Integration von Migrantinnen und Migranten, sozialer Zusammenhalt, Zukunftsperspektiven für junge Menschen, Bildung und Qualifizierung bis hin zur Stadtentwicklung für eine "Kreative Stadt" mit starken Talent-, Technologie- und Toleranzpotenzialen können die Herausforderungen sein, zu denen sich strategische Problemlösungspartnerschaften bilden lassen. Das Besondere an diesen Partnerschaften ist, dass sie alle Akteure im Gemeinwesen grenzüberschreitend zu gemeinsamem Handeln bewegen: Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und ihre Mitarbeiter, gemeinnützige Organisationen sowie die Kommunalverwaltung. Dabei bringt jeder Partner seine spezifischen Kompetenzen und Ressourcen ein, die dann in der Gesamtheit zur Verbesserung der Situation bzw. Lösung konkreter Probleme beitragen.

Dieter Schöffmann, Geschäftsführer, VIS a VIS Agentur für Kommunikation GmbH, Köln, ds@visavis-agentur.de, www.visavis-wirkt.de