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Die Initiative ZivilEngagement

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Online-Informationsdienst der Stiftung Bürger für Bürger

Mai 2008

 

Die Initiative ZivilEngagement

Mit der Initiative ZivilEngagement stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine neue gesellschaftliche Perspektive: Zivilgesellschaftliche Mitgestaltung des Gemeinwesens in Eigeninitiative und Selbstorganisation wird in den Mittelpunkt einer zu stärkenden Kooperation von Staat, Wirtschaft und Bürgergesellschaft gerückt. Der Staat unterstützt und befördert dabei engagementfreundliche Rahmenbedingungen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen aktiv zur Mitgestaltung des eigenen Lebens- und Arbeitsumfeldes nutzen und damit zu gesellschaftlicher Stabilität, Innovation, Zusammenhalt und Wohlfahrt beitragen. Dabei wird bürgerschaftliches Engagement als ein konstitutiver Teil bei der Bewältigung sozialer Aufgaben verstanden.

Der Name der Initiative ZivilEngagement fasst zusammen, worauf es ankommt:
- Vielfältiges, individuelles Engagement, das Eigeninteresse und Gemeinwohl verbindet und auf passgenaue Angebote stößt und
- eine starke Zivilgesellschaft, die einen Rahmen für bürgerschaftliches Handeln bieten kann, das sich an zivilen Normen orientiert und auf sozialen Zusammenhalt ausgerichtet ist.

Zentrales Wirkungsziel der Initiative ist es auch, dass Engagement als wichtiges Reformthema besser wahrgenommen wird und in der gesellschaftspolitischen Tagesordnung nachhaltiger zu verankern und strukturell zu stärken. Durch die bessere Wahrnehmung der Potentiale der Zivilgesellschaft kann das Engagement der Einzelnen, der Organisationen der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft befördert werden, zugleich aber auch besser die politische Unterstützung dieses Prozesses gewährleistet werden. Im Zuge der Initiative ZivilEngagement sollen dabei vielfältige Wege und Herangehensweisen genutzt werden.
Nicht unwichtig ist auch, dass die Organisationsstruktur der Initiative selbst zu einer Nachhaltigkeit von Engagementpolitik und -förderung beiträgt: mit dem Amt eines Beauftragten, mit einer Geschäftsstelle, mit einem eigenen Haushaltstitel.

Darüber hinaus gilt es, vorhandene Potentiale für vermehrtes und gestärktes Bürgerengagement zu heben. Dazu gehören die Förderungen von Modellprojekten, von Forschung, von Engagement-Infrastruktur, von Qualifizierung und die Betätigung kommunikativer Hebel.

Frau Bundesministerin von der Leyen hat Anfang April das erste konkrete Paket von 25 Maßnahmen der Initiative ZivilEngagement im Deutschen Bundestag vorgestellt. Zu jedem der Aktivitätenfelder, deren Beackerung in 2007 mit der Initiative ZivilEngagement angekündigt worden war, gibt es mehrere gute Projekte. Insgesamt umfasst das Paket gut 11 Mio Euro im ersten Jahr. Darüberhinaus sind weitere Aktivitäten, die anders budgetiert sind, auf den Weg gebracht worden, zum Beispiel ein größeres Internetprojekt im Zusammenwirken mit 2000 Kommunen. Das ist der Beginn eines Weges, der auf längere Dauer ausgerichtet ist und der in Kooperation mit zweitem und drittem Sektor gestaltet werden soll.

Es begrüßenswert, dass gerade auch aus der Wirtschaft insofern große Kooperationsbereitschaft signalisiert wurde. Die Wirtschaft trägt eine zentrale Mitverantwortung für die Bürgergesellschaft. Deren Entwicklung ist auch im Eigeninteresse der Wirtschaft. Sozialkapital ist ein Standortvorteil. Und engagierte Beschäftigte sind ein Gewinn für Unternehmen und bedeuten auch für die Menschen bessere Chancen am Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Beitrag, der leicht umsetzbar ist, stellt die Stärkung der Wertschätzungskultur auch im Bereich der Wirtschaft dar. Es sind die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Wirtschaft, die einen "Schalthebel" für Anerkennung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements von und in Unternehmen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in diesem Zusammenhang betätigen können und (und müssen). Die Initiative Zivilengagement schafft Plattformen, um solche Potentiale in konkrete Win-Win-Prozesse zu überführen.

Bürgerschaftliches Engagement wächst und ist heute als fester Bestandteil verschiedener Politiken grundsätzlich anerkannt: vom Bereich der Kultur über Bildung bis hin zur Integration. Doch vieles steht bislang nur auf Papier in Expertenpapieren und Plänen oder Kommissionsberichten. Letztlich zählt aber, was "hinten" raus kommt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement sind in den letzten Jahren deutlich verbessert worden. Die sonstigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind besser denn je. Jetzt gilt es, kooperativ die Fortschritte in der Wirklichkeit zu gehen, die heute möglich sind. Die Initiative ZivilEngagement ist eine Chance für solche konkreten Schritte und die Belebung des Fortschrittsprozesses.


Dr. Hans Fleisch Dr. Hans Fleisch ist hauptamtlicher Generalsekretär beim Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. und ehrenamtlicher Beauftragter für ZivilEngagement des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.