Integration von Zuwanderern ist eine große gesellschaftliche Herausforderung
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„Integration von
Zuwanderern ist eine große gesellschaftliche Herausforderung“
Kommentar der Integrationsbeauftragten
der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer
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| Prof. Dr. Maria Böhmer: „Integration ist dann erfolgreich, wenn sich im freiwilligen Engagement positive Identifikationsmöglichkeiten mit der Aufnahmegesellschaft entwickeln. Das wird nur möglich sein durch gleichberechtigte bürgerschaftliche Teilhabe und gemeinsame zivilgesellschaftliche Verantwortung.“ |
AG 1: Integrationskurse verbessern
(BMI);
AG 2: Von Anfang an deutsche
Sprache fördern (BMFSFJ);
AG 3: Gute Bildung und Ausbildung
sichern, Arbeitsmarktchancen erhöhen (BMAS);
AG 4: Lebenssituation von Frauen
und Mädchen verbessern, Gleichberechtigung verwirklichen (BMJ);
AG 5: Integration vor Ort
unterstützen (BMVBS);
AG 6: Bürgergesellschaft stärken
(Integrationsbeauftragte) mit den Themenfeldern Kultur, Sport, Medien,
Ehrenamt und Wissenschaft
In diesen Wochen haben die
Auftaktsitzungen der Arbeitsgruppen, die überwiegend von den zuständigen
Bundesministerinnen und -ministern geleitet wurden, stattgefunden. Die
Arbeitsgruppen setzen sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern,
Kommunen, Wirtschaft, Gesellschaft und Migrantinnen und Migranten zusammen. Mit
dieser hochrangigen Besetzung wollen wir die Bedeutung, die die Bundesregierung
dem Thema Integration zumisst, unterstreichen.
Am 10. Oktober fand die von mir geleitete Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe
„Medien und Integration“ statt. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die wichtige
Rolle der Medien im Integrationsprozess hervorzuheben und konkrete
Integrationsmaßnahmen zu vereinbaren. An der Arbeitsgruppensitzung nahmen neben
Vertretern von Neuen Medien, von Print- und fremdsprachigen Medien und der
Medienforschung der Intendant des ZDF Markus Schächter, der Intendant des WDR,
Fritz Pleitgen, Erik Bettermann, Intendant der Deutschen Welle, der Vorsitzende
des Verbandes privater Rundfunk und Telekommunikation, Jürgen Doetz, teil.
Bei dem Themenbereich Repräsentanz von Migranten in deutschen Medien wurde deutlich, dass zur Gewinnung geeigneter Mitarbeiter mit Migrationshintergrund für alle Medienbereiche eine gezielte Nachwuchsförderung im Vordergrund stehen muss. Aus der Reihe der Teilnehmer wurden zudem verschiedenste Kooperationsforen, die in den künftigen Sitzungen vertieft behandelt werden sollen, vorgeschlagen. Einig war man sich auch, dass die systematische Untersuchung von Medienverhalten und -konsum von Migranten vorangetrieben werden muss.
Ich habe auch an den Auftaktveranstaltungen der anderen Arbeitsgruppen teilgenommen und bin sehr zuversichtlich, dass wir bei allen Themenbereichen zu überprüfbaren Ergebnissen gelangen. Die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen fließen in den Nationalen Integrationsplan ein, der von der Bundeskanzlerin im Sommer kommenden Jahres vorgestellt werden wird.
Parallel zu den Arbeitsgruppen haben wir das Forum Integration eingerichtet. Dieses bietet über gesonderte Veranstaltungen und Tagungen zu migrationspolitisch wichtigen Themen die Möglichkeit, sich mit Einzelthemen vertieft zu beschäftigen und auch diejenigen in den Arbeitsprozess einzubeziehen, die nicht in einer Arbeitsgruppe mitarbeiten. Konkret wollen wir beispielsweise für das wichtige Thema der Nachwuchsförderung von Migranten zur Stärkung ihrer Repräsentanz in den Medien einen Workshop veranstalten.
Die Integration von Zuwanderern ist
eine der großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in
Deutschland. Zuwanderer haben wesentlich zur wirtschaftlichen Kraft und
kulturellen Vielfalt Deutschlands beigetragen. Neben den vielen Beispielen
erfolgreicher Integration bestehen aber auch Integrationsdefizite wie die
mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache, Benachteiligungen in Bildung und
Ausbildung und die höhere Arbeitslosigkeit. Ziel der Integrationspolitik der
Bundesregierung ist es, diese Defizite zu beheben und die vorhandenen Potenziale
für Integration zu stärken.
Dieser Beitrag wurde entnommen aus der Publikation „Forum Migration November
2006“
Prof. Dr. Maria Böhmer ist seit November 2005 Beauftragte der Bundesregierung
für Migration, Flüchtlinge und Integration und Staatsministerin im
Bundeskanzleramt.