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Integration von Zuwanderern ist eine große gesellschaftliche Herausforderung

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Online-Informationsdienst der Stiftung Bürger für Bürger

Dezember 2006

 

„Integration von Zuwanderern ist eine große gesellschaftliche Herausforderung“

Kommentar der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer
 

Prof. Dr. Maria Böhmer:
„Integration ist dann erfolgreich, wenn sich im freiwilligen Engagement positive Identifikationsmöglichkeiten mit der Aufnahmegesellschaft entwickeln. Das wird nur möglich sein durch gleichberechtigte bürgerschaftliche Teilhabe und gemeinsame zivilgesellschaftliche Verantwortung.“
Mit dem Integrationsgipfel vom 14. Juli 2006 ist der Startschuss zur Erarbeitung eines „Nationalen Integrationsplans“ gefallen. Dieser soll klare Ziele, konkrete Maßnahmen und Selbstverpflichtungen als Grundlage einer nachhaltigen Integrationspolitik enthalten. Hierfür haben wir sechs Arbeitsgruppen unter Federführung der jeweils zuständigen Bundesministerien zu folgenden Handlungsfeldern gegründet:

AG 1: Integrationskurse verbessern (BMI);
AG 2: Von Anfang an deutsche Sprache fördern (BMFSFJ);
AG 3: Gute Bildung und Ausbildung sichern, Arbeitsmarktchancen erhöhen (BMAS);
AG 4: Lebenssituation von Frauen und Mädchen verbessern, Gleichberechtigung verwirklichen (BMJ);
AG 5: Integration vor Ort unterstützen (BMVBS);
AG 6: Bürgergesellschaft stärken (Integrationsbeauftragte) mit den Themenfeldern Kultur, Sport, Medien, Ehrenamt und Wissenschaft

In diesen Wochen haben die Auftaktsitzungen der Arbeitsgruppen, die überwiegend von den zuständigen Bundesministerinnen und -ministern geleitet wurden, stattgefunden. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Gesellschaft und Migrantinnen und Migranten zusammen. Mit dieser hochrangigen Besetzung wollen wir die Bedeutung, die die Bundesregierung dem Thema Integration zumisst, unterstreichen.
Am 10. Oktober fand die von mir geleitete Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe „Medien und Integration“ statt. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die wichtige Rolle der Medien im Integrationsprozess hervorzuheben und konkrete Integrationsmaßnahmen zu vereinbaren. An der Arbeitsgruppensitzung nahmen neben Vertretern von Neuen Medien, von Print- und fremdsprachigen Medien und der Medienforschung der Intendant des ZDF Markus Schächter, der Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, Erik Bettermann, Intendant der Deutschen Welle, der Vorsitzende des Verbandes privater Rundfunk und Telekommunikation, Jürgen Doetz, teil.

Bei dem Themenbereich Repräsentanz von Migranten in deutschen Medien wurde deutlich, dass zur Gewinnung geeigneter Mitarbeiter mit Migrationshintergrund für alle Medienbereiche eine gezielte Nachwuchsförderung im Vordergrund stehen muss. Aus der Reihe der Teilnehmer wurden zudem verschiedenste Kooperationsforen, die in den künftigen Sitzungen vertieft behandelt werden sollen, vorgeschlagen. Einig war man sich auch, dass die systematische Untersuchung von Medienverhalten und -konsum von Migranten vorangetrieben werden muss.

Ich habe auch an den Auftaktveranstaltungen der anderen Arbeitsgruppen teilgenommen und bin sehr zuversichtlich, dass wir bei allen Themenbereichen zu überprüfbaren Ergebnissen gelangen. Die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen fließen in den Nationalen Integrationsplan ein, der von der Bundeskanzlerin im Sommer kommenden Jahres vorgestellt werden wird.

Parallel zu den Arbeitsgruppen haben wir das Forum Integration eingerichtet. Dieses bietet über gesonderte Veranstaltungen und Tagungen zu migrationspolitisch wichtigen Themen die Möglichkeit, sich mit Einzelthemen vertieft zu beschäftigen und auch diejenigen in den Arbeitsprozess einzubeziehen, die nicht in einer Arbeitsgruppe mitarbeiten. Konkret wollen wir beispielsweise für das wichtige Thema der Nachwuchsförderung von Migranten zur Stärkung ihrer Repräsentanz in den Medien einen Workshop veranstalten.

Die Integration von Zuwanderern ist eine der großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Zuwanderer haben wesentlich zur wirtschaftlichen Kraft und kulturellen Vielfalt Deutschlands beigetragen. Neben den vielen Beispielen erfolgreicher Integration bestehen aber auch Integrationsdefizite wie die mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache, Benachteiligungen in Bildung und Ausbildung und die höhere Arbeitslosigkeit. Ziel der Integrationspolitik der Bundesregierung ist es, diese Defizite zu beheben und die vorhandenen Potenziale für Integration zu stärken.


Dieser Beitrag wurde entnommen aus der Publikation „Forum Migration November 2006“
Prof. Dr. Maria Böhmer ist seit November 2005 Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Staatsministerin im Bundeskanzleramt.