Jugend engagiert sich - in Jugendfreiwilligendiensten
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Jugend engagiert sich - in Jugendfreiwilligendiensten
Einsätze von zwei Wochen bis zu 18 Monaten sind im In- und Ausland möglich
Beim Wiederaufbau einer Kapelle in Tschechien helfen, in einem Kinderheim in Ghana arbeiten oder Ausgrabungen in Ägypten begleiten: Anstatt in den Ferien am Swimmingpool zu liegen, wollen gerade Jugendliche lieber beeindruckende Erfahrungen abseits der Touristenpfade machen. Ob im Naturschutz, im sozialen oder wissenschaftlichen Bereich - handwerkliche oder fachliche Vorkenntnisse sind bei den meisten Workcamps nicht erforderlich. Erwartet werden aber Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative. Denn neben der gemeinsamen Arbeit wird meist auch zusammen gewohnt und gekocht.
Auch in Deutschland gibt es entsprechende Angebote, z.B. vom Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (IJGD). Zwei bis vier Wochen können engagierte junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren bei gemeinnützigen Projekten mit anpacken. So wird beispielsweise in Hamburg ein See renaturiert, in Mecklenburg-Vorpommern werden Streuobstwiesen gepflegt oder in der Eifel Wanderwege ausgebessert und Bachläufe gereinigt. Die IJGD-Projekte sind multinational besetzt, für Workcamps werden 85 Euro Teilnahmegebühr erhoben. Die Anreise muss selbst organisiert werden, Unterkunft und Verpflegung sind frei.
Auch die Bundesregierung hat erkannt, das Freiwilligendienste bei der Stärkung der Zivilgesellschaft und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements eine Schlüsselrolle haben: Junge Menschen zeigen in vorbildlicher Weise Solidarität und üben sich frühzeitig in der Rolle als aktive Bürgerinnen und Bürger. Angesichts der Flutkatastrophe stellte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit dem Aufbauprogramm "Jugend hilft" 46 Mio. Euro bereit, u.a. für 1000 zusätzliche Plätze in Freiwilligendiensten für Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre.
Neben den Diensten, die einige Wochen im Jahr, also z.B. in den Ferien, realisiert werden können, gibt es auch Projekte mit einer Laufzeit von einem Jahr: Das Freiwillige Soziale Jahr gibt es seit 1964, das Freiwillige Ökologische Jahr seit 1993. Die beiden "klassischen" Dienste hat das BMFSFJ kürzlich durch Modellprojekte auch für neue Aufgabenbereiche geöffnet, so zum Beispiel gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend für den Sport und zusammen mit der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung für den kulturellen Bereich. So können Jugendliche seit September 2001
im Rahmen des Modellprojektes "Rein ins Leben!" in Museen, Theatern oder soziokulturellen Zentren ein Freiwilliges soziales Jahr ableisten.Seite August 2002 können anerkannte Kriegsdienstverweigerer, die zivildienstpflichtig sind, ihre Dienstpflicht im Rahmen eines zwölfmonatigen freiwilligen sozialen Jahres ableisten. Die Neuregelung im Zivildienst gehört zu den erweiterten Möglichkeiten der Freiwilligendienste, die seit Juni 2002 für das freiwillige soziale und das freiwillige ökologische Jahr gelten.
Weitere Infos im Internet:
www.bmfsfj.de/Anlage22536/Informationsbroschuere_FSJ_/_FOeJ.pdfNachfolgend eine Auswahl von Trägern:
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V., Blücherstr. 14, 53115 Bonn,
Tel. 0228 / 24 999-0, Fax 0228 / 24 999-20
E-Mail: agdf@friedensdienst.de, Internet:
www.friedensdienst.de
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Auguststr. 80, 10117 Berlin,
Tel. 030 / 28 395-184, Fax 030 / 28 395-135
E-Mail: asf@asf-ev.de,
Internet: www.asf-ev.de
AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., PF 500 142, 22701 Hamburg
Tel. 040 / 399 222-0, Fax 040 / 399 222-99
E-Mail: info@afs.de, Internet: www.afs.de
Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V., Schlosserstr. 28, 70180
Stuttgart
Tel. 0711 / 649 1128, Fax 0711 / 640 9867
E-Mail: IBG-workcamps@t-online.de, Internet:
www.workcamps.com
Internationale Jugendgemeinschaftsdienste e.V., Kaiserstr. 43, 53113 Bonn
Tel. 0228 / 22800-0, Fax 0228 / 22800-24
E-Mail: ijgd@ijgd.de, Internet: www.ijgd.de