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Perspektiven der Engagementförderung durch Freiwilligenagenturen

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Online-Informationsdienst der Stiftung Bürger für Bürger

Mai 2002

 

Perspektiven der Engagementförderung durch Freiwilligenagenturen

Gastbeitrag von Olaf Ebert, Geschäftsführer der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis und Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen

Freiwilligenagenturen sind mit ihrer Arbeit zu wichtigen Institutionen der Bündelung, Vernetzung und Förderung bürgerschaftlichen Engagements auf lokaler Ebene geworden. Durch adäquate Informationen, professionelle Beratung, "passgenaue" Vermittlung, umfangreiche Formen der Qualifizierung, gezielte Öffentlichkeits- und politische Lobbyarbeit leisten sie einen wirkungsvollen Beitrag zur Engagementförderung in der Bundesrepublik.

Im inhaltlich-konzeptionellen Zuschnitt und in der Ausgestaltung der Arbeitsbereiche der einzelnen Freiwilligenagenturen sind zwar deutliche Unterschiede festzustellen. Dennoch erweist sich die Arbeit von Freiwilligenagenturen als besonders erfolgreich, wenn diese

Indem es den Freiwilligenagenturen gelingt, insbesondere bislang nicht engagierte Bürger/innen in freiwillige Tätigkeiten zu vermitteln, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung des empirisch festgestellten hohen "Engagementpotenzials" in der Bevölkerung und stellen geeignete Gelegenheitsstrukturen bürgerschaftlichen Engagements dar.

Zwar gibt es durch einen etwa 1997 einsetzenden Gründungsboom inzwischen etwa 200 Freiwilligenagenturen und vergleichbare Einrichtungen, doch bedeutet diese zunächst groß erscheinende Zahl keineswegs, dass es eine stabile und verlässliche bundesweite Infrastruktur der Engagementförderung gibt, wie sie etwa in anderen europäischen Ländern seit einigen Jahren existiert (vgl. Ebert/Janning 2001). Vielmehr sieht es in der Bundesrepublik Deutschland derzeit so aus, dass neue Freiwilligenagenturen entstehen, während ca. zwei Dutzend bewährte Einrichtungen aufgrund mangelnder finanzieller Mittel wieder schließen mussten. Die vielerorts noch jungen, mühsam und durch beispielhaftes Engagement entstandenen Einrichtungen werden nicht lange bestehen, wenn nicht unter Beteiligung des Bundes eine umfassende politische Initiative zu ihrer finanziellen Absicherung gestartet wird. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Anerkennung ihrer besonderen Förderungswürdigkeit im Rahmen des Gemeinnützigkeitsrechtes. Fachleute aus Freiwilligenagenturen haben unter dem Titel "Ein Euro für das Bürgerengagement!" einen Vorschlag für ein Förderprogramm zur Basisfinanzierung von Freiwilligenagenturen erarbeitet (vgl. 1-Euro-Offensive unter www.bagfa.de).

Die Zukunft der Freiwilligenagenturen wird entscheidend von einer angemessenen Mischfinanzierung dieser Einrichtungen abhängen, die auf der Grundlage der Größe des Einzugsgebietes, des Aufgaben- und Nutzerprofils sowie weiterer Qualitätskriterien bemessen sein sollte (vgl. Ebert/Janning 2001, Jakob/Janning 2001). Da bürgerschaftliches Engagement in alle Lebensbereiche hineinwirkt und diese durchdringt, sollte die Förderung von Freiwilligenagenturen als förderale Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen verstanden werden.

Literatur

Ebert, Olaf/Janning, Heinz 2001: Freiwilligenagenturen. In: Möller, Kurt (Hrsg.): Auf dem Weg in die Bürgergesellschaft? Soziale Arbeit als Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements. Opladen: 85-100

ISAB 2001: Freiwilliges Engagement und Selbsthilfe in Kommunen: Förderpraxis und Perspektiven. ISAB-Berichte aus Forschung und Praxis Nr. 72. Köln

Jakob, Gisela/Janning, Heinz 2001: Freiwilligenagenturen als Teil einer lokalen Infrastruktur für Bürgerengagement. In: Heinze, Rolf G./Olk, Thomas (Hg.): Bürgerengagement in Deutschland. Opladen: 483 - 508

Weitere Informationen unter www.bagfa.de sowie www.freiwilligen-agentur.de