Internationales

Der Bereich Internationales umfasst alle Bereiche im Engagement gegen die weltweite Armut, in der Solidarität mit den Armen und Verfolgten und zur Entwicklung der EINEN Welt. Viele Menschen hier in Deutschland setzen sich für die Menschen dort oder von dort ein, um ihre Not zu lindern und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, kurz: ein Leben in Würde zu ermöglichen.

In Deutschland zielt die Arbeit vor allem darauf, auf Armut und Unterdrückung aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. In den Ländern selbst wird von Entwicklungshelfern aus dem Norden vor allem solche Hilfe in der Projektarbeit geleistet, die von Bürgerinnen und Bürgern des Landes selbst nicht abgedeckt werden kann, so zum Beispiel in der medizinischen Versorgung.

Entwicklung und Umwelt sind eng miteinander verknüpft: Auch wir sind in gewisser Weise "unterentwickelt", weil wir die Ressourcen der Welt verschwenden. Deshalb gibt es auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene schon viele Netzwerke, die beide Themengebiete miteinander verbinden. (Siehe auch Umwelt)

Unterfelder:
Entwicklungshilfe
Flüchtlingshilfe
Internationale Freiwilligeneinsätze
Internationaler Kulturaustausch
Internationale Partnerschaften
Menschenrechte

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Entwicklungshilfe
Die täglichen Fernsehbilder des menschlichen Elends - verursacht durch Armut, Krieg, Naturkatastrophen - machen ohnmächtig, hilflos und manche auch wütend. Doch viele Freiwillige empören sich nicht nur, sondern wollen etwas dagegen unternehmen, dass anderswo Menschen schwere Not erleiden. Sie engagieren sich in Hilfsorganisationen, Aktionsgruppen und Initiativen der Entwicklungshilfe. Bei unterschiedlicher Trägerschaft durch Kirchen, Wohlfahrtsverbände und unabhängige Vereinigungen steht das gemeinsame Ziel im Vordergrund, die leidende Zivilbevölkerung mit humanitären Aktivitäten, die von Deutschland aus organisiert werden, zu unterstützen und mit Phantasie, Zähigkeit und Know-how der Hilflosigkeit zu begegnen. So organisieren freiwillige Helfer/innen Paketsammlungen und Transporte medizinischer Hilfsmittel, akquirieren Sach- und Geldspenden und klären die Bevölkerung in öffentlichkeitswirksamen Aktionen über die Missstände in Krisengebieten auf. Mitgliederbeiträge, gesammelte Spenden und die Gelder aus dem Verkauf von Grußkarten oder Kleidung ermöglichen die Finanzierung der akuten Nothilfen und der langfristigen Projekte mit den Partnerorganisationen vor Ort. Diese sollen die Menschen in den Krisenregionen ermächtigen, sich selbst eine andauernde Lebensgrundlage zu schaffen.
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Flüchtlingshilfe
Freiwillige in der Flüchtlingshilfe haben in der Öffentlichkeit eine wichtige Sprachrohrfunktion für die in Deutschland lebenden Flüchtlinge und Asylanten. Die Helfer/innen können dazu beitragen, Vorurteile der Bevölkerung abzubauen und Verständnis zu schaffen, gerade in Zeiten besorgniserregender rassistischer Übergriffe und anderer Formen der Diskriminierung. Jenseits der Rechtsverfahren zur Statusklärung der Betroffenen, lässt sich ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in konkreten Projekten und in der lebenspraktischen Unterstützung verwirklichen: Hausaufgabenbetreuung und dolmetschen in Gemeinschaftsunterkünften, Begleitung bei Behördengängen, Spendenakquise oder einfach ein offenes Ohr und einen guten Rat für die hier oft "unerwünschten" Menschen. Organisatoren dieser Dienste sind neben Kirchen und Wohlfahrtsverbänden auch Anti-Rassismusgruppen und Initiativen der Gewerkschaften, Parteien und Menschenrechtsorganisationen. Besonders im Kirchenasyl, in dem sich momentan Hunderte von Abschiebung bedrohter Flüchtlinge befinden, sind Mitglieder der Kirchengemeinden solidarische Unterstützer. Lokale
Initiativen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe können inhaltlich und politisch Einfluss auf Flüchtlingsräte nehmen, die sich auf Länderebene für die Belange der betroffenen Zielgruppe einsetzen.
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Internationale Freiwilligeneinsätze
"Gemeinsam arbeiten und leben, voneinander lernen", unter diesem Motto initiieren diverse Friedens- und Freiwilligenorganisationen jedes Jahr sogenannte "workcamps" und auch längerfristige Freiwilligeneinsätze. Die Teilnehmer/innen arbeiten in internationalen Gruppen fast überall auf der Welt - so auch in Deutschland - für ausgewählte gemeinnützige Projekte. Die Teilnehmer/innen der Programme sind vorwiegend Jugendliche, junge Erwachsene, Studenten und Jungakademiker/innen. Die Freiwilligen engagieren sich - unter pädagogischer Anleitung - in der offenen Altenarbeit, in Ökologie-Projekten, bauen und renovieren soziale Einrichtungen oder widmen sich der Gedenkstättenarbeit. Sie setzen sich mit dem Hintergrund des jeweiligen Projektes auseinander, diskutieren regionale und grenzüberschreitende Probleme in den Bereichen Antirassismus, "Dritte Welt", Frieden, Frauen sowie archäologische oder historische Themen. Eigeninitiative, Teamgeist und Bereitschaft zum Lernen werden groß geschrieben. Verschiedene Träger mit eigener Zielsetzung arbeiten auf diesem Gebiet; allen gemeinsam ist das Ziel, durch freiwilliges Engagement an einem überschaubaren Projekt den Prozess der internationalen Verständigung zu intensivieren. In Abgrenzung zu diesen Einsätzen ist der Entwicklungsdienst zu sehen, der nur berufserfahrene Fachkräfte als bezahlte Entwicklungshelfer für mehrere Jahre ins Ausland schickt.
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Internationaler Kulturaustausch
"Trinken alle Deutschen Bier zum Frühstück?" Solche Fragen und Vorurteile sind oft Gegenstand der ersten Gespräche zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Das oberste Ziel der kulturellen Austauschprogramme ist die internationale Völkerverständigung. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges entstanden Initiativen und Vereine, die sich ehrenamtlich darum bemühten, einen internationalen Schüler- und Studentenaustausch zu organisieren. Inzwischen gibt es viele Organisationen - gemeinnützige und kommerzielle -, die Austauschprogramme in nahezu alle Länder anbieten. Diese Begegnungen leben von dem ehrenamtlichen Engagement der Gastfamilien und freiwilligen Ex-Teilnehmer/innen, die die jungen Schüler und Studenten auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereiten und betreuen. Auch die Goethe-Institute leisten einen wichtigen Beitrag zum internationalen Kulturaustausch. Vor allem im Kultur- und Sportbereich findet ein reger Austausch zwischen den Nationen statt, sei es auf Theater- und Filmfestivals, bei Symposien, Tagungen oder Sportwettkämpfen. Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder dieser kulturellen Institutionen - zu denen auch die vielen Freundschaftsgesellschaften zählen - wäre ein internationaler Austausch weder finanzierbar, noch durchführbar. Denn sie stellen Schlafplätze zur Verfügung, organisieren Feste, Stadtführungen, Kulturdarbietungen und vermitteln den Gästen das Gefühl, in der Fremde willkommen zu sein.
(Siehe auch
Internationale Freiwilligeneinsätze, Kultur/Theater, Kultur/Film) Top

Internationale Partnerschaften
Über den eigenen Tellerrand gucken, erweitert bekanntlich den Horizont: eine internationale Partnerschaft ist als eine basisnahe, unmittelbare Zusammenarbeit und Begegnung zwischen Menschen zweier Länder angelegt. Ziel ist es, die Bevölkerung eines Bundeslandes, einer Region oder Kommune verstärkt für entwicklungspolitische Aufgaben zu interessieren und zu sensibilisieren, indem die Entwicklungshilfe nicht länger von staatlichen anonymen Institutionen durchgeführt, sondern mit aktiver Bürgerbeteiligung gestaltet wird. In konkreten Entwicklungsprojekten haben die Deutschen die Möglichkeit zur unmittelbaren Zusammenarbeit. Auf der Regierungsebene werden die Rahmenbedingungen für die Partnerschaft sichergestellt. Getragen und mit Leben erfüllt wird sie durch direkte Partnerschaften mit Städten, Gemeinden, Schulen, Pfarreien, Universitäten, Vereinen, Verbänden vorwiegend in Ländern der sog. Dritten Welt, aber auch in Europa, Russland und Nordamerika. So gibt es z. B. eine Partnerschaft zwischen Krefeld, Nordrhein -Westfalen und Charlotte, Georgia, USA. Zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten in diesem Bereich zählen insbesondere die gemeinsame Auswahl und Gestaltung der Projekte, die Sammlung und Verwaltung von Spendengeldern und Hilfsgütern, die lokale Öffentlichkeitsarbeit, die Betreuung der Gäste aus den Partnerländern. Viele idealistische Engagierte treffen sich mehrmals im Monat, um weitere Projekte abzusprechen und um Aktionen und Veranstaltungen zu Gunsten des Partnerlandes vorzubereiten und durchzuführen.
(Siehe auch
Entwicklungshilfe, Menschenrechte, Flüchtlingshilfe, Internationaler Kulturaustausch) Top

Menschenrechte
"Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person". Dieser Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (Artikel 3) fühlen sich die internationalen Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen verpflichtet und mit ihnen die zahlreichen freiwilligen Mitarbeiter/innen in Deutschland und weltweit. Die Organisationen arbeiten unabhängig von politischen Überzeugungen und religiösen Anschauungen; sie finanzieren sich weitgehend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, nicht durch Regierungsgelder. Die Förderer und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den lokalen Arbeitsgruppen kämpfen für die Verwirklichung der Menschenrechte in der ganzen Welt - incl. Deutschland -, indem sie Informationsmaterial erstellen, Presse auswerten, öffentliche Veranstaltungen und Mahnwachen organisieren oder sich an "urgent actions" (Eilbriefaktionen) beteiligen. Dabei geht es darum, Einfluss auf Regierungen, Richter und Gefängnisbeamte zu nehmen und damit die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen zu erzwingen, sie vor Folter oder Todesstrafe zu bewahren. Weitere Formen des Engagements stellen Zielgruppen-, Lobbyarbeit und Spendenakquise dar. Neben weltweit aktiven Organisationen gibt es auch nationale Initiativen und Vereine, die sich für Folteropfer, verschwundene Menschen oder notleidende Kinder in der ganzen Welt einsetzen. Diese Einrichtungen werden ideell und finanziell von Bundesministerien, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, der UNO und/oder der EU unterstützt.
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