Jugendfreiwilligendienste
Jugend und bürgerschaftliches Engagement:
Jugendfreiwilligendienste
Beim Wiederaufbau einer Kapelle in Tschechien
helfen, in einem Kinderheim in Ghana arbeiten oder Ausgrabungen in Ägypten
begleiten: Anstatt in den Ferien am Swimmingpool zu liegen, wollen gerade
Jugendliche lieber beeindruckende Erfahrungen abseits der Touristenpfade
machen. Ob im Naturschutz, im sozialen oder wissenschaftlichen Bereich -
handwerkliche oder fachliche Vorkenntnisse sind bei den meisten Workcamps
nicht erforderlich. Erwartet werden aber Einsatzbereitschaft und
Eigeninitiative. Denn neben der gemeinsamen Arbeit wird meist auch zusammen
gewohnt und gekocht.
Auch in Deutschland gibt es entsprechende
Angebote, z.B. vom Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (IJGD). Zwei bis
vier Wochen können engagierte junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren bei
gemeinnützigen Projekten mit anpacken. So wird beispielsweise in Hamburg ein
See renaturiert, in Mecklenburg-Vorpommern werden Streuobstwiesen gepflegt
oder in der Eifel Wanderwege ausgebessert und Bauchläufe gereinigt. Die
IJGD-Projekte sind multinational besetzt, für Workcamps werden 85 Euro
Teilnahmegebühr erhoben. Die Anreise muss selbst organisiert werden,
Unterkunft und Verpflegung sind frei.
Auch die Bundesregierung hat erkannt, dass
Freiwilligendienste bei der Stärkung der Zivilgesellschaft und der Förderung
bürgerschaftlichen Engagements eine Schlüsselrolle haben: Junge Menschen
zeigen in vorbildlicher Weise Solidarität und üben sich frühzeitig in der
Rolle als aktive Bürgerinnen und Bürger.
Neben den Diensten, die einige Wochen im Jahr,
also z.B. in den Ferien, realisiert werden können, gibt es auch Projekte mit
einer Laufzeit von einem Jahr: Das Freiwillige Soziale Jahr gibt es seit 1964,
das Freiwillige Ökologische Jahr seit 1993. Die beiden "klassischen" Dienste
hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kürzlich
durch Modellprojekte auch für neue Aufgabenbereiche geöffnet, so zum Beispiel
gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend für den Sport und zusammen mit der
Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung für den kulturellen Bereich.
So können Jugendliche seit September 2001 im
Rahmen des Modellprojektes "Rein ins Leben!" in Museen, Theatern oder
soziokulturellen Zentren ein Freiwilliges soziales Jahr ableisten.
Seite August 2002 können anerkannte
Kriegsdienstverweigerer, die zivildienstpflichtig sind, ihre Dienstpflicht im
Rahmen eines zwölfmonatigen freiwilligen sozialen Jahres ableisten. Die
Neuregelung im Zivildienst gehört zu den erweiterten Möglichkeiten der
Freiwilligendienste, die seit Juni 2002 für das freiwillige soziale und das
freiwillige ökologische Jahr gelten.
Weitere Infos:
Nachfolgend eine Auswahl von Trägern: