2010

5. Forum Bürgergesellschaft der Stiftung Bürger für Bürger in Schloss Diedersdorf, am 23. und 24. April 2010

“Eckpunkte einer Engagementstrategie für Ältere”

Die Ergebnisse des Forums wurden im Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 3 – 2010 veröffentlicht.

Programm

5. Forum Bürgergesellschaft (PDF)

Exposé

Der demografische Wandel, die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung, sind in Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft breit diskutiert worden. Mit dem fünften Forum Bürgergesellschaft fokussieren wir auf die Chancen und Potenziale, die dieser Wandel bieten kann. Wir wollen Mindestvoraussetzungen erkunden, die gegeben sein oder geschaffen werden müssen, um das stetig steigende Potential an Lebens- und Berufserfahrung der Älteren für ein bürgerschaftliches Engagement nutzbar zu machen. Zu diesem Zweck werden wir das Gespräch in Diedersdorf entlang folgender Leitthemen führen:
Die Chancen des demografischen Wandels: Mehr Menschen mit einer höheren Lebenserwartung bedeutet ein Mehr an Wissens- und Erfahrungs-Ressourcen und Handlungspotenzial. Eine schrumpfende Bevölkerung eröffnet neue – z.B. durch Rückbau zu gewinnende – Räume. Ein deutlich längeres Leben nach dem Beruf bedeutet für viele eine neue Gestaltungsaufgabe, die weit über den Freizeitbereich hinausgeht.
Die Kohorte der heute 50- bis 65jährigen kann diese Chancen ergreifen: Sie befinden sich in den letzten Jahren ihres Berufsleben oder (fast) schon im beruflichen Ruhestand. In dieser Kohorte sind reichhaltige Erfahrungen aufgehoben: aus den Neuen Sozialen bzw. Bürgerinitiativbewegungen (Frieden, Umwelt, Frauen, …). Es gibt „erfahrene Sucher auf der Suche”, für die Wandel die Regel bedeutet. Vielfältige berufliche, fachliche, Führungs- und Problemlösungserfahrungen sind vorhanden. Sie verfügen über das Potenzial, noch zwanzig, dreißig Jahre lang Initiative zu ergreifen, gemeinsam mit Gleichaltrigen wie Jüngeren gesellschaftliche Innovationen anzustoßen und zu entwickeln. Diese Generation verfügt über vielfältige Voraussetzungen, die Chancen des demografischen Wandels zu erschließen.
Zukunft als bürgerschaftliche Gestaltungsaufgabe: Nachbarschaftliche gegenseitige Hilfe und Betreuung für und mit Hochbetagten, Gebrechlichen, Familien, Kindern, Verbesserung der Bildungschancen unter Einschluss der Migranten. Existenzgründung und unternehmerische Initiative für eine prosperierende lokale Ökonomie. Neues Leben im Gemeinwesen, in den Quartieren, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Lebendige, innovative und wirksame gemeinnützige Initiativen und Organisation. – Dies sind wesentliche Handlungsfelder, die der Mitwirkung und des Vermögens lebenserfahrener Menschen bedürfen.
Neues Engagement gewinnen: Viele Menschen aus dieser Generation sind bereits engagiert. Es könnten allerdings noch viel mehr sein. Denn: Nicht alle dieser potenziellen Beweger ergreifen aus sich heraus die Initiative. Der Mehrzahl helfen Impulse, Einstiegserfahrungen, „Brückenangebote“ für den Übergang – vom Beruf in den Unruhestand, vom eigenen in fremde Milieus, von der bisherigen Lebensroutine in neue Bahnen. Hier sind Kommunen, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen gefordert, in die Bewegung der Beweger zu investieren: Indem sie bessere Ermöglichungsstrukturen schaffen, Engagementgelegenheiten schaffen, vermittelnd tätig werden oder die Gestaltung von Übergängen aus dem Berufs- in das Engagementleben konstruktiv begleiten.
„Diedersdorfer Impuls“: Gemeinsam mit dem Förderer Generali Zukunftsfonds wird die Stiftung Bürger für Bürger Anregungen aus dem Forum Bürgergesellschaft aufgreifen und bündeln und als „Diedersdorfer Impuls“ veröffentlichen, so dass das Ansinnen, Eckpunkte einer Engagementstrategie für Ältere zu entwickeln, in der bundesdeutschen Öffentlichkeit weiter Gestalt annehmen kann.

Thematische Schwerpunkte: Wie gewohnt soll die Diskussion entlang einiger zentraler Themenschwerpunkte gegliedert werden. Je Themenschwerpunkt sind ein bis zwei kurze vorbereitete Inputs und eine daran anschließende Debatte geplant. Die thematischen Schwerpunkte lauten:

  1. Forum I: Chancen des demografischen Wandels
  2. Forum II: Kohorte der heute 50- bis 65jährigen
  3. Forum III: Mehr Bürgerengagement (der Älteren) für eine bessere Zukunft
  4. Forum IV: Beweger bewegen
  5. Forum V: Resümee